Wie gut es ist, sofort reinen Wein einzuschenken, bewies sich bereits vor dem Beginn der Zusammenarbeit zwischen den Ewattinger Fußballern und ihrem neuen Trainer. „Herr Davitian, erschrecken Sie sich nicht vor der Strecke, nach einer Woche sind Sie das gewöhnt.“ So stimmte der Vorsitzende des SV Ewattingen, Stefan Kech, den Wunschkandidaten darauf ein, vor allem den kurvigen Abschnitt zwischen Mundelfingen und Ewattingen über die Wutach nicht als unüberwindbares Hindernis zu sehen.

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Und siehe da, Arvin Davitian, der Mann aus Schwenningen, ließ sich tatsächlich nicht abschrecken. „Derart vorgewarnt, war ich gut vorbereitet, und mittlerweile kenne ich jede Kurve in- und auswändig“, lacht er. Mittlerweile kennt er den Verein selbst ebenfalls schon richtig gut, und auch hier sah und sieht sich Davitian gut präpariert für die Arbeit als Übungsleiter des SVE. „Ich hatte vom ersten Gespräch an das Gefühl, dass es menschlich passt, und an diesem positiven Eindruck hat sich nichts verändert“, sagt der 35-Jährige. Auch die Infrastruktur habe ihn überzeugt, „und das tolle Clubhaus war dann noch das Tüpfelchen auf das i“, fügt er an. „Ich habe mich schnell wohlgefühlt.“

Leistung kann nicht immer abgerufen werden

Einen guten Draht zur Mannschaft fand er gleichsam rasch. „Das sind alles gute Jungs, ich konnte mich ausschließlich auf das Sportliche konzentrieren und musste mich nicht mit Nebenkriegsschauplätzen herumplagen.“ Im Team stecke großes Potenzial, doch leider habe man dies nicht immer abrufen können. Vor allem den vielen unnötigen Punktverlusten zu Beginn der Saison trauert Arvin Davitian nach. „Wenn ich nur an das Auftaktspiel gegen Hüfingen denke, das wir 2:3 verloren haben.“ Im Laufe der Runde stabilisierten sich die Leistungen, und der SVE arbeitete sich in der Tabelle nach vorn. „Hätten wir die letzten beiden Spiele vor der Winterpause gewonnen, dann könnten wir noch ein Wörtchen ganz weit vorn mitreden.“

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Daraus wurde nichts, es gab nur ein Pünktchen, und so harren die Blau-Weißen aktuell auf dem achten Rang der Dinge in der Kreisliga B. 18 Punkte stehen auf der Habenseite, Tabellenführer Bad Dürrheim, den man zu Hause 2:1 bezwingen konnte, hat nach diesem Wochenende 25 Zähler auf dem Konto. Das Torverhältnis weist die Ewattinger als Defensivkünstler aus, sie kassierten nur 17 Treffer, schossen allerdings auch nur deren 22.

Harte Arbeit in der Winterpause

Und genau daran, an der zu harmlosen Offensive, haben Trainer und Team in der Winterpause gearbeitet. „Ich spiele gerne aus einer geordneten Defensive heraus, und da passt schon viel. Nun haben wir in der Vorbereitung das Hauptaugenmerk auf den Angriff gelegt“, verrät Davitian. Die Übungseinheiten scheinen Früchte zu tragen, denn in den fünf Testspielen erzielte die Mannschaft immerhin 15 Tore und gewann dreimal, darunter 4:2 gegen den SV Stühlingen. Auch Einheiten im Fitnessstudio oder beim Spinning gehörten über die kalte Jahreszeit dazu.

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Sorgen bereitet dem Coach allerdings der relativ dünne Kader. Auf 13 oder 14 Mann taxiert er die Riege für die erste Mannschaft. Auch bei der Zweiten sind die Ewattinger nicht mit zu vielen Spielern gesegnet. „Wenn wir ganz oben mitspielen wollen, müssen wir zumindest alle Akteure halten können und peu à peu Jugendspieler einbauen“, betont Arvin Davitian. Allein aus diesem Blick nach vorn wird deutlich, dass er sich gut vorstellen kann, auch in der kommenden Runde an der Seitenlinie des SVE zu stehen. „Ich bin hier noch nicht fertig. Ich bin mit der Entwicklung zufrieden und überzeugt, dass wir in der nächsten Saison eine noch bessere Rolle spielen werden, zumal die Mannschaft noch jung ist.“

Noch keine definitive Zusage

Eine definitive Zusage hat Arvin Davitian dem Sportverein noch nicht gegeben, er will noch warten, wie der Kader in der kommenden Saison tatsächlich aussieht. Der ein oder andere Kicker weiß nach erfolgreich abgeschlossenem Studium noch nicht, wo seine berufliche Zukunft sein wird und ob er weiter für den Verein auflaufen kann. Eines steht allerdings fest: Sollte Arvin Davitian auch nach dem Sommer beim SVE sein, dann hat der Club einen Trainer mit B-Schein. In den vergangenen Monaten absolvierte der zweifache Familienvater alle Kurse mit Bravour und wird in Bälde seine Prüfung ablegen.