Der Landkreis Waldshut führt zum 1. Januar 2019 kreisweit die Biomülltonne ein. Die Sammlung von Biomüll wird sich auf den Betrieb des Regionalen Annahmezentrums (RAZ) in Münchingen auswirken. Vorgesehen ist nämlich, auf der Deponie Münchingen eine neue Umschlaganlage für Bioabfälle einzurichten. Einen entsprechenden Antrag hat der Eigenbetrieb Abfallwirtschaft des Landkreises beim Regierungspräsidium eingereicht. Im Gemeinderat Wutach wurde in jüngster Sitzung über die Thematik diskutiert.

Das Vorhaben

Wie Bürgermeister Christian Mauch in der Sitzung erläuterte, geht der Landkreis davon aus, dass jährlich etwa 7000 Tonnen Biomüll im Kreis anfallen werden. Der Umschlag der Bioabfälle soll auf der ehemaligen Kreismülldeponie Münchingen und auf der Deponie Lachengraben erfolgen.

An beiden Standorten sind diesbezüglich neue Umladestationen geplant. In Münchingen sollen jährlich 3500 Tonnen Biomüll umgeschlagen werden. In diesem Zusammenhang ist auch vorgesehen, die bislang auf der Münchinger Deponie angelieferten Abfallmengen (Hausmüll, Sperrmüll, Gewerbemüll) zu erhöhen. Bislang war eine Jahresdurchsatzmenge von 6000 Tonnen Abfall genehmigt, künftig sollen es 14 500 Tonnen sein (Hausmüll 8750 Tonnen, Biomüll 3500 Tonnen, Sperrmüll 1000 Tonnen, Gewerbemüll 1250 Tonnen).

Der Müll wird auf der Deponie in Münchingen nur zwischengelagert. Nach Mauchs Worten wird der Restmüll zur endgültigen Entsorgung in die Schweiz gefahren, der Biomüll wird nach Singen transportiert, wo er dann zur Wärme- und Stromerzeugung verwertet wird. Eine höhere angelieferte und wieder abtransportierte Abfallmenge bedeutet natürlich auch mehr Schwerlastverkehr, aber auch höhere Pachtzahlungen des Landkreises an die Gemeinde Wutach.

Die Diskussion

Prinzipiell hatten die Wutacher Gemeinderäte keine Einwände gegen die Planung des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft des Landkreises, das RAZ in Münchingen als Umschlagsplatz für Biomüll zu nutzen. Der steigende Lastwagen-Verkehr allerdings gab Anlass zu Diskussionen.

Sechs bis acht Müllfahrzeuge werden täglich (montags bis freitags, bei Bedarf auch samstags) bis zu 55 Tonnen Müll anliefern. Wolfgang Dornfeld und Erhard Graunke wollten sichergestellt haben, dass die Müllfahrzeuge über Bonndorf auf der B 315 an- und abfahren.

„Wir sollten die Route der Lkw-Fahrten festlegen und schriftlich fixieren“, forderte Erhard Graunke. Dabei war es ihm wichtig, klarzustellen, dass sich diese Forderung nicht gegen Bonndorf oder Stühlingen richte. Tatsache sei einfach, dass die Bundesstraße eine leistungsfähige Straße sei, während die Land- oder Kreisstraßen für den Schwerlastverkehr einfach nicht geeignet seien.

In diesem Zusammenhang wurde auch noch die Maut auf Bundesstraßen angesprochen. Ohne eine Festlegung der Routen, sei die Gefahr groß, dass die Lastwagen aus Kostengründen die Bundesstraße meiden.

Wie es denn mit einer möglichen Geruchsbelästigung durch den Biomüll aussieht – auch diese Frage wollten die Ratsmitglieder geklärt haben. Dazu erläuterte Bürgermeister Christian Mauch, dass entsprechend einer Prognose zur Geruchsemission von keiner Belastung ausgegangen wird. Die nächstgelegenen Wohnbebauungen liegen 1,2 Kilometer von der Umschlagsanlage entfernt. Es sind somit keine negativen Auswirkungen zu erwarten, heißt es in der Prognose. Auch auf dem rund 275 Meter entfernten Wanderweg zur Wutachschlucht sei davon auszugehen, dass die Irrelevanzschwelle für Gerüche unterschritten wird.

Dazu trägt auch bei, dass der Biomüll nicht einfach so im Gelände gelagert wird. Für den Umschlag der Bioabfälle werden durch den Vertragspartner des abnehmenden Kompostwerks der Reterra Hegau-Bodensee GmbH abgedichtete Abrollcontainer zur Verfügung gestellt. Nach dem Beladevorgang werden die Container mit Rollplanen abgedeckt, so die Informationen des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft.

Die Forderung

Die Meinung rund um den Ratstisch war eindeutig: Man brauche einen Umschlagplatz für Biomüll, die Fläche auf der Münchinger Deponie biete sich an. Auf eine Vereinbarung, dass der Lastwagen-Verkehr über die Bundesstraße abgewickelt wird, solle die Gemeinde in ihrer Stellungnahme aber bestehen.

Der Biomüll im Landkreis wird ab 2019 14-tägig im Wechsel mit dem Hausmüll abgefahren. Die Betriebszeiten im RAZ werden dann erweitert. Betriebszeiten: montags bis freitags zwischen 8 und 16.30 Uhr, teilweise auch samstags.