Im Ewattinger Rathaus steigt die Spannung. „Bald ist die Stunde der Entscheidung“, sagt Christian Mauch und meint das Ende des Aktionszeitraums für den Glasfaseranschluss, den die Gemeinde derzeit Hauseigentümern in Ewattingen anbietet. Wer nämlich noch bis zum 1. Oktober seinen Antrag auf einen solchen Hausanschluss abgibt, bekommt diesen für einen stark unterstützten Preis.

Entscheidend ist die Anschlussdichte

Nach Ablauf dieser Frist kosten die Anschlüsse teils über drei Mal so viel, wie innerhalb des Aktionszeitraums (siehe Infobox). Entscheidender sei aber die Anschlussdichte. „Ich hoffe, dass wir überall genügend Interessenten haben. Sonst müssen wir im Gemeinderat diskutieren, ob die ein oder andere Straße überhaupt angeschlossen wird“, so Christian Mauch.

Amtshilfe aus Bonndorf

Die Bonndorfer Glasfaser-Marketingspezialistin Petra Kaiser hat diesen Job nun übergangsweise im Ewattinger Rathaus übernommen und ist verhalten optimistisch. „Wir haben bisher erst insgesamt drei definitive Absagen. Allerdings lassen sich die Leute sehr viel Zeit mit der Abgabe der Anträge.“ Von 250 möglichen Anschlüssen hatten in den ersten sieben Wochen des Aktionszeitraums nur 125 (Stand Montag, 17. September) Bürger ihren Antrag im Ewattinger Rathaus abgegeben.

Ansturm zum Ende der Frist erwartet

In der vergangenen Woche haben Petra Kaiser und die Verwaltungsangestellte Ramona Kienzle in all den Haushalten angerufen, von denen man noch nichts gehört hatte. Wer nicht erreicht wurde, bekommt noch diese Woche ein Erinnerungsschreiben. „Die Leute haben oft gemeint, wir haben ja noch Zeit“, erzählt Petra Kaiser schmunzelnd über die Telefonaktion. Allerdings befürchtet sie, dass gegen Ende der Frist noch sehr viele mit Beratungsbedarf ins Rathaus kommen und quasi alle auf einmal ihre Fragen beantwortet haben wollen. Um dem Ansturm gerecht zu werden, wird sie zusätzlich präsent sein.

Aufbruchsstimmung beim Breitbandausbau

„Die Grundstimmung ist schon so, dass die Leute meinen, sie müssten da mitmachen“, meint Christian Mauch, der auf seinem Weg ins Amtszimmer in dem improvisierten Ewattinger Breitbandbüro, nämlich dem Ratssaal, vorbeischaut. Im Gepäck hat er einem weiteren Vertrag, unterschrieben von einem Mitbürger, der seine Zweifel für die Notwendigkeit der Maßnahme geäußert hatte. Und der Rathauschef bietet auch an, dort nochmals nachzuhaken, wo sich eine mögliche Ablehnung des Angebots abzeichnet.

Zur Beratung kommen vor allem Männer

Zur Beratung kommen in Ewattingen, laut Petra Kaisers Beobachtung, hauptsächlich die Männer, die sich hier mit der Thematik beschäftigen. Ebenso wie in Bonndorf seien interessanterweise die Senioren meist überzeugt von dem Nutzen für den Ort und auch ihre Immobilie. „Mit den älteren Bürgern haben wir eigentlich weniger Probleme. Viele sagen, dass sie sich den Anschluss nun legen lassen, obwohl sie kein Internet nutzen. Denen geht es um die künftigen Hausbesitzer, die gut versorgt sein sollen“, so Petra Kaiser.

Viele Fragen zur Technik

Klärungsbedarf gab es für eine Bürgerin, die sich wie einige Ewattinger im Rahmen des Anschlusses an das Nahwärmenetz bereits ein Leerrohr für einen künftigen Glasfaseranschluss hat mit verlegen lassen. In diesen Fällen seien lediglich geringe Materialkosten für ein Stück Speed-Pipe angefallen, erläutert Christian Mauch auf Nachfrage. Das Einblasen des Glasfaserkabels und den Hausanschluss müssten diese Haushalte aber dennoch mit ihrem Vertrag veranlassen, sonst würden sie im Zuge dieser gemeindlichen Maßnahme nicht an das Glasfasernetz angeschlossen werden können, mahnt er an.