„Es macht mir Spaß, und die Jungs ziehen mit.“ Der neue Trainer des SV Ewattingen, Werner Bucher, hat Freude an seiner Aufgabe, dämpft aber die Erwartungen. Der Kader des SVE für die erste Mannschaft ist nicht allzu groß und jetzt steht auch noch die Zweite vor dem Aus.

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Keine Frage, Werner Bucher darf guten Gewissens als „Fußballverrückter“ im ureigenen und positiven Sinn bezeichnet werden. Diesen Titel hat er sich in sechs Jahrzehnten redlich verdient. Dennoch wollte er es nun eigentlich ruhiger angehen lassen, doch da kam der Anruf von Stefan Kech dazwischen.

Aufgabe hat ihn gereizt

Als der Vorsitzende der Ewattinger Fußballer erfuhr, dass sich die Wege von Bucher und dem FC Brigachtal trennen, rief er den erfahrenen Übungsleiter an. Und siehe da: Dieser sagte zu. Nach einer kurzen Bedenkzeit. „Ich habe tatsächlich mit einem Ende meiner Trainerlaufbahn geliebäugelt, doch dann hat mich die Aufgabe in Ewattingen einfach gereizt“, erzählt Werner Bucher.

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Zum einen war es die Liebe zum Fußball an sich, wie der 68-Jährige betont, zum andern der Reiz einer Arbeit in einer Region, „in der mich fast keiner kennt“, fügt er an. Und schließlich habe ihn auch das intakte Umfeld beim Ewattinger Sportverein überzeugt. Dieser Eindruck habe sich bestätigt. „Ich kann hier in Ruhe arbeiten, auch die Gespräche nach den Spielen mit Zuschauern oder den Eltern der Spieler sind sehr angenehm. Das bin ich in dieser Form gar nicht gewohnt.“

Keine leichte Aufgabe

Dass es keine leichte Aufgabe werden würde, das war Bucher von Beginn an klar. Der Kader des SV Ewattingen für die erste Mannschaft ist nicht allzu groß, und jetzt steht auch noch die Zweite vor dem Aus. Schon in den vergangenen Jahren gelang es dem Verein nur mit vereinten Kräften, das Reserveteam am Leben zu erhalten, dazu gehörten auch verdiente Spieler, die bereits ihren 50. Geburtstag feiern konnten.

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„Wir haben es noch einmal versucht und die Mannschaft angemeldet, aber wenn nicht noch ein Fußballwunder geschieht, müssen wir das Team vom Spielbetrieb zurückziehen. Es wäre wirklich sehr bedauerlich“, sagt Vereinschef Stefan Kech. Auch Bucher würde ein Ende natürlich bedauern. „Das wäre nicht gut für den Konkurrenzkampf und würde zudem die Einsatzzeiten gerade für die Nachwuchskräfte verringern“, blickt er sorgenvoll nach vorn.

Das Maximale aus jedem herausholen

Doch Trübsal blasen ist seine Sache nicht, und trotz der Auftaktniederlage gegen den TuS Oberbaldingen lobt Werner Bucher seine Schützlinge. „Die Spieler ziehen toll mit, sind ehrgeizig, und es passt auch menschlich.“ Selbstverständlich müsse man sich noch besser kennenlernen und schauen, welches System zu den Spielertypen passe. Ein konkretes Tabellenziel setzt sich der Trainer nicht, eines schließt er allerdings aus: „Wir werden nicht um den Titel mitspielen, aber wollen den vorderen Mannschaften das Leben möglichst schwer machen.“ Er wolle das Maximale aus jedem Einzelnen herausholen, gerade auch aus den jungen Spielern, die möglichst viele Chancen erhalten sollen. „Das ist meine Aufgabe, und sie macht mir Spaß, denn die Jungs ziehen mit. Die Liga spielt da keine Rolle.“