Franz Schmidt aus Ewattingen feiert am 22. Mai 2019 seinen 90. Geburtstag im Kreise der Familie. Bei „Salpeters“ im Jägerweg wohnen heute vier Generationen zusammen in einem Haus. Die drei Familien – neben Sohn Lothar wohnt auch Enkel Benjamin mit seinen zwei Kindern in dem großen Wohnhaus – pflegen ein gutes Miteinander. Man hilft einander, wo es nötig ist, und verbringt auch gerne schöne Stunden in der Gemeinschaft.

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Franz Schmidt und seine Ehefrau Maria Schmidt sind dankbar dafür, dass sie ihren Alltag noch alleine bewältigen können. An jedem Tag ein kleiner Spaziergang hält die beiden körperlich fit und für die geistige Fitness sorgen die fünf Enkel und zwei Urenkel. Die Familie steht für Franz Schmidt seit jeher an erster Stelle, sie half ihm in seinem Leben über so manchen Schicksalsschlag hinweg.

Kinder helfen in der Landwirtschaft mit

Am 22. Mai 1929 wurde Franz Schmidt als Sohn von Franz Schmidt (Sen.) und Sofie Schmidt geboren. Die Eltern betrieben eine Landwirtschaft an der Hauptstraße. Bereits von jung an mussten die fünf Kinder von „s‘Lochverdis“, wie es damals üblich war, mithelfen. Sohn August übernahm später den elterlichen Betrieb, der heute von dessen eigenem Sohn bewirtschaftet wird. Von seinen drei weiteren Geschwistern musste Franz Schmidt bereits Abschied nehmen. Nach dem Besuch der Volksschule in Ewattingen trat Franz Schmidt mit 15 Jahren eine Schneiderlehre in Triberg an.

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Nach Abschluss seiner Lehrzeit arbeitete er als Schneider in Blumegg und Waldshut. Bereits nach zwei Jahren musste er seine Berufszeit beenden, da es kaum noch Schneidereien gab. Für ein Jahr fand er eine Beschäftigung in einer Gießerei in Singen. Danach bekam Franz Schmidt eine Anstellung in der Uhrmacherei Keller in Ewattingen. Bevor er seine Arbeit dort antreten konnte, musste er eine Schule für Langdrehapparate in der französischen Schweiz besuchen. Dort wurde er angelernt.

30 Jahre als Schreiner tätig

Nach fünfeinhalb Jahren Arbeitszeit in der kleinen Ewattinger Firma musste diese Konkurs anmelden und Franz Schmidt fand wieder eine Anstellung in einer Gießerei in Winterthur. Dort arbeitete er anderthalb Jahre bis er eine Stelle bei der Firma Wuta-Küchen in Ewattingen bekam. Seine Tätigkeit als Schreiner übte er 30 Jahre lang bis zu seinem Ruhestand aus. Neben seinem Beruf unterhielt Franz Schmidt mit seiner Ehefrau eine kleine Landwirtschaft im Nebenerwerb.

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Franz und Maria Schmidt aus Ewattingen heirateten 1960. Nach der Hochzeit gründete das Paar eine eigene Familie im Geburtshaus von Maria Schmidt im Jägerweg. Bald gehörten drei Söhne zur eigenen Familie. Heute lebt Sohn Lothar noch im elterlichen Haus und auch Sohn Markus wohnt nicht weit entfernt. Sohn Arnold lebt mit seiner Familie in Nöggenschwiel.

Brand als schwerer Schicksalsschlag

Am 1. August 1983 ereignete sich ein Schicksalsschlag, der das Familienglück jäh unterbrach. Mit viel Mühe hatte die Familie ihr Wohnhaus gerade neu renoviert, da zerstörte ein Brand das Haus mit dem Stall und der Scheune. Bis auf eine Garage brannte das Gebäude völlig nieder, auch einige Tiere verendeten in den Flammen. Es war ein schreckliches Ereignis und das gesamte Dorf zeigte Anteil mit der Familie. Mit Hilfe der Kinder bauten Franz und Maria Schmidt das Wohnhaus wieder auf. Statt eines Ökonomieteils wurde eine Werkstatt mit Garage errichtet. Nach dem Brand bewirtschaftete die Familie nur noch die Felder und den eigenen Wald. Im Rentenalter versorgte er das Haus mit eigenem Brennholz. Holz war ihm von Kindesbeinen an vertraut. So freut es ihn besonders, dass auch seine Kinder und Enkel die Verbindung zum Wald und zur Holzwirtschaft weiter pflegen.