21.000 Euro Verlust wird die Bewirtschaftung des 740 Hektar großen Gemeindewalds Wutach im kommenden Jahr wohl einfahren. Michael Eisele legte dem Gemeinderat in der jüngsten Sitzung die Jahresplanung 2020 vor. Der Revierleiter rechnet mit weiteren rund 2500 Festmetern Käferholz, nicht ganz die Hälfte des geplanten Holzeinschlags von 6000 Festmetern, nachdem 2019 rund 1700 Festmeter Käferholz angefallen waren. Das laufende Forstwirtschaftsjahr werde finanziell wohl mit einer schwarzen Null enden.

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Lagen die Einnahmen aus dem Holzverkauf bislang stets zwischen rund 273.000 bis 337.000 Euro, rechnet Michael Eisele 2020 mit etwa 194.000 Euro. Dies sei dem Preisverfall auf dem Holzmarkt geschuldet, der in den vergangenen Monaten von Käferholz überschwemmt worden war. Selbst der Absatz geringerer Qualitäten wie Palettenholz schwächele. Michael Eisele rechnet selbst für normale Fichtenstammholzqualität, die vormals knapp 100 Euro je Festmeter erbrachte, nur noch mit der Hälfte. Mit dem erwarteten Durchschnittspreis von rund 32 Euro je Festmeter, über alle Baumarten und Holzqualitäten hinweg gerechnet, befinde sich der Holzverkauf in Wutach unter einem Erlösniveau wie nach dem Orkantief Lothar Ende 1999.

Weitere Investitionen

Die Gemeinde wird wohl vor allem in den gewünschten Aufbau nadelholzreicher Bestände investieren müssen. Zwar weisen die höheren und mittleren Altersklassen gute Nadelholzanteile auf, so Bürgermeister Christian Mauch, in den jüngeren Altersklassen gebe es dagegen deutlich mehr Laubholz.

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Die Planung 2020 sei mit Unsicherheit behaftet, unterstrich Christian Mauch: „Wir werden wohl die Getriebenen bleiben.“ Ziel sei es, die vom Käfer betroffenen Waldflächen wieder mit am Markt gut verkaufbaren Baumarten zu bestocken. Dort, wo die Natur nicht das Gewünschte erreiche, müsse gepflanzt werden. Er hoffe auf den von der Landesregierung versprochenen finanziellen Notfallplan Wald. An der Laubholznaturverjüngung mangele es nicht, so Michael Eisele. Dagegen müsse Nadelholz aktiv eingebracht werden.

Probleme nun auch mit Tannen

Sorgen bereitet Michael Eisele das zunehmende Absterben der Tanne, obgleich diese Baumart bislang mit Trockenheit am wenigsten Probleme gehabt habe. Die tieferen Bodenschichten seien trotz des Regens der vergangenen Wochen noch trocken. Es gebe jedoch einen Lichtblick, denn Forstkulturen mussten entgegen seiner Befürchtung in geringerem Maße nachgebessert werden. Rehwild bleibe jedoch ein Problem, das zur Entmischung der Kulturen führen könne. Christian Mauch zeigte sich nach dem Bericht von Michael Eisele zerknirscht. Er könne sich nicht daran erinnern, dass der Gemeindewald jemals rote Zahlen abgeworfen habe, so der Bürgermeister. Dies sei einzig der Käferkalamität und der Holzmarktentwicklung geschuldet.

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