Der Bunte Abend in Ewattingen begann mit dem Vortrag einer „gemeinsamen Erklärung“ des Elferrats zur Kommunalwahl im Mai und der Kandidatur der beiden Elfer Frank Grieshaber und Philipp Keller für den Wutacher Gemeinderat. Man wolle sich aus dem Wahlkampf strikt heraushalten, lautete das hoch und heilig gegebene Versprechen. „Lobbyismus lehnen wir ab. Im Gemeinderat sitzen schon genug Vereinsmarionetten.“

Angeleint: Der Elferrat lehnt Lobbyismus konsequent ab. Die beiden Gemeinderatskandidaten Frank Grieshaber und Philipp Keller durften jedoch als Marionetten alles abnicken, was die Narren wünschten.
Angeleint: Der Elferrat lehnt Lobbyismus konsequent ab. Die beiden Gemeinderatskandidaten Frank Grieshaber und Philipp Keller durften jedoch als Marionetten alles abnicken, was die Narren wünschten. | Bild: bär

Im direkten Anschluss marschierte der Elfer dann zur Musik der Augsburger Puppenkiste auf die Bühne. Ihre beiden „absolut unabhängigen Spitzenkandidaten“ hatten sie an Fäden hängend und alles abnickend, was die Elferkollegen vorschlugen, dabei. Unter anderem forderten die Elfer eine nagelneue Festhalle mit fester Bühne, Tribüne und Orchestergraben für das „Duo Montana“, das den Bunten Abend seit Jahren musikalisch begleitet.

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Der selbstironische Einmarsch des Elfers war der Startschuss für ein originelles, freches und kurzweiliges Drei-Stunden-Programm in der voll besetzten Wutachhalle. Bei den Kabaretteinlagen und der berüchtigten „Wesch“ mussten vor allem Lokalpolitiker und Kirche dran glauben. Mit der Gemeinderatswahl beschäftigte sich auch die Landjugend und suchte „Wutachs Next Gmondrot“. Dabei durfte Bürgermeister Christian Mauch im Publikum zusehen, wie ihn sein Sohn Samuel auf der Bühne als „schönsten Bürgermeister Baden-Württembergs“ darstellte.

Aufgedeckt: Die Landjugend brachte närrisches Licht in den Finanzskandal der Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach – und setzten sich mit einem Blumenkranz und einem Amen und Aloha nach Hawaii ab.
Aufgedeckt: Die Landjugend brachte närrisches Licht in den Finanzskandal der Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach – und setzten sich mit einem Blumenkranz und einem Amen und Aloha nach Hawaii ab. | Bild: bär

Überaus nah am Original waren auch Maximilian Huber und Simeon Mauch in den Rollen der beiden Pfarrer Hipp und Kopp. Die beiden Ex-Oberministranten verarbeiteten den Finanzskandal in der Seelsorgeeinheit Bonndorf-Wutach, bevor sie sich mit einem Blumenkranz und einem Amen und Aloha nach Hawaii absetzten.

Unwetterpech als Tanz

Das Fastnachtsmotto „Und stoht de Zinke unter Wasser – d’Fasnet wird umso krasser“ spielt auf das doppelte Ewattinger Unwetterpech im vergangenen Sommer an. Die Funkengarde griff das Motto in ihrem zweiten Tanz auf ironische Weise auf, ganz in Schwarz gekleidet und mit Regenschirmen als anmutig eingesetzte Requisiten ausgestattet. Bei ihrem ersten Tanz, ebenfalls überaus anspruchsvoll choreografiert, waren sie noch im klassischen Blau aufgetreten.

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Die Landfrauen entführten das Publikum in den Orient, mit fliegenden Teppichen, Kamelen und farbenprächtigen Kostümen. Der Auftritt des Vereins, der in diesem Jahr 50-jähriges Bestehen feiert, glich einem kleinen Musical. Die Strohbären sorgten mit einem Klamauk am Pissoir für Lacher, bei dem sie vorführten, wie auch am stillen Örtchen mit Teamwork vieles leichter von der Hand geht.

Wunsch der Prinzessin

Narrenprinzessin Andrea Meßmer, die bereits am Schmutzigen Donnerstag gekrönt worden war, durfte am Bunten Abend einen Wunsch äußern. Sie bat den Elfer, dass es im nächsten Jahr in Ewattingen wieder einmal einen Kappenabend geben möge.