Viel Feuer, viel Witz und jede Menge lokaler Klamauk haben den Bunten Abend am Sonntag in der ausverkauften Wutachhalle in Ewattingen geprägt. Geboten wurde eine temporeiche Fasnachtsrevue. Mehr Abwechslung geht nicht.

Mit dem Martinshorn stürmte der Elferrat die Wutachhalle. An der Spitze Jens Kromer als Ehrenkommandant Siegfried Maier, der nur mal kurz den überholten Brandschutz hatte testen wollen, als plötzlich die Funken flogen. Vor der Halle hatten die Ewattinger Pyrotechniker Stefan Fischer und Matthias Scheu ein Feuerwerk gezündet, das im Publikum für ein erstes großes Wow sorgte. Einen gelungenen Einstand feierten Artur Riester und Joshua Dornfeld. Ihr Bühnentalent zeigten die beiden Neuen unter anderem bei der berüchtigten Wesch, die diesmal im „Circus Holdrio“ spielte.

<strong>Funkentanz:</strong> Perfekte Harmonie demonstrierte die Funken bei ihrem Gardetanz. Bilder: Bär
Funkentanz: Perfekte Harmonie demonstrierte die Funken bei ihrem Gardetanz. Bilder: Bär | Bild: Florian Kech

Zu den Ewattingern des Jahres wurden die Gründungsmitglieder der Guggenmusik ernannt. Die Auszeichnung verstand der Elfer als Zeichen des Danks für die vergangenen 33 Jahre, aber auch als Motivation, ihre Rücktrittsentscheidung noch einmal zu überdenken. Auf der Bühne sprangen für die „Guggen“ einmal mehr die „Gelben Schöpen“ ein, ein närrisches Zweckbündnis aus Profis und Laien. Angetrieben wurde die 13-köpfige Formation von Stimmungskanone Stefan Schäuble an der Posaune. Den Generationswechsel, den die Guggenmusik noch vor sich hat, hat die Funkengarde bereits hinter sich. Mit Laura Güntert und Amelie Weishaar kamen in diesem Jahr zwei weitere junge Tänzerinnen dazu und fügten sich nahtlos ein in die eingespielte Gruppe. Ob in klassischem Blau oder im gruftigen Zombie-Look begeisterten die Funken mit anspruchsvoller Choreografie und Ausstrahlung.

Nicht wegzudenken auf Ewattingens Fasnachtsbühne sind die Landfrauen. Als „Wutachperlen“, begleitet von Nicola Schmidt an der Gitarre, sangen sie eine mehrstimmige Hommage an die „Dubel“ des Alltags. Für den zweiten Auftritt, ein närrisches Musical, schlüpfte Karin Kienzle in die Rolle von Mogli vor aufwendiger Dschungelkulisse und umgeben von ihren Mittänzerinnen in ulkigen Elefanten- und Affenkostümen. Abschied von Pfarrer Michael Hipp, der am Sonntagmorgen in Ewattingen seine letzte Messe gab, nahmen die „Wallfahrtsweiber“. In den neckischen Psalmen wurden diverse Eigenheiten des scheidenden Pfarrers aufs Korn genommen. Der Text stammte aus der berufenen Feder der Kirchenchorsängerin Annette Fischer.

<strong>Fasnachts-Musical:</strong> Die Landfrauen stellten vor beeindruckender Dschungel-Kulisse ein echtes Fastnachts-Musical auf die Beine.
Fasnachts-Musical: Die Landfrauen stellten vor beeindruckender Dschungel-Kulisse ein echtes Fastnachts-Musical auf die Beine. | Bild: Florian Kech

Das drohende Rauchverbot in ihrem Vereinsraum verarbeitete die Landjugend auf bewährt hemmungslose Weise. Ihre Parodien lokaler Persönlichkeiten sorgten für großes Gelächter. Dass Bürgermeister Christian Mauch von seinem Sohn Samuel verkörpert wurde und Axel Binninger seine Großtante Anneliese spielte, setzte dem Ganzen natürlich die Krone auf. Geschrieben hat die heitere Dorf-Groteske Landjugend-Boss und Elferrat Philipp Keller.

Für Verblüffung sorgten Laura Barfod, Stefan Keller und Markus Binninger von den Strohbären als die drei „schwingenden“ Tenöre. Erst recht, als sie immer noch schwangen, obwohl gut hörbar die Skibindung gekracht war. Zum ersten Mal auf der Bühne stand der „Rettungstrupp“ aus Mitgliedern der Bergwacht und des DRK und bewies, dass Schutzwesten und Latino-Tanz sich nicht zwingend ausschließen. Ein Klassiker des Bunten Abends ist das Duo Montana, das das Publikum in den Pausen mit Gassenhauern bei Laune hielt.

<strong>Gesang:</strong> Umwerfend komisch waren die drei Tenöre Stefan Keller, Markus Binninger und Laura Barfod (von links).
Gesang: Umwerfend komisch waren die drei Tenöre Stefan Keller, Markus Binninger und Laura Barfod (von links). | Bild: Florian Kech