Wutach Beim Neujahrsempfang in Münchingen hält Bürgermeister Christian Mauch Rückschau und Ausblick

Beim Neujahrsempfang in der Gänsbachhalle in Münchingen kommen aktuelle Themen zur Sprache. Der Breitbandausbau bleibt weiterhin eine Mammutaufgabe.

„Jedes Jahr hat Themen, die besonders in Erinnerung bleiben. Für die Gemeinde Wutach war 2017 ein höchst ereignisreiches Jahr“, berichtete Bürgermeister Christian Mauch beim Neujahrsempfang in der Münchinger Gänsbachhalle. Derzeit besuchen 51 Kinder die Grundschule in Wutach. Seit Anfang des Schuljahres unterstützt Beatrice Friedrich aus Blumegg das Kollegium, Vanessa Hertenstein unterstützt als Kraft im Freiwilligen Sozialen Jahr die schulische Arbeit. Damit hat sich die Lehrerversorgung entspannt, dennoch sind Abordnungen von anderen Schulen erforderlich. „Wir wussten gar nicht, dass es bei euch so schön ist“, war die einhellige Meinung der Kreisräte, die im Juli erstmals in Wutach tagten. Für den einen oder anderen war es tatsächlich der erste Besuch in der Gemeinde. Eines der international renommiertesten Mountainbike-Events für Amateure – der Rothaus Bike Giro – führte im August nach Wutach.

Höhepunkt der Etappe war die sportlich anspruchsvolle Strecke des Flow-Trail-Wutach. In einen Dialog mit den „Grenzlandwirten“ trat der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, als er im September die neue Ranch von Udo Langenbacher in Münchingen besuchte. In Sachen „Schweizer Landnahme“ wurde beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu gründen und Bund und die EU mit ins Boot zu holen.

Bei der Bundestagswahl im September gab es in Wutach mit 84,2 Prozent erneut eine Rekordwahlbeteiligung, die im Vergleich zu 2013 sogar nochmals um 1,6 Prozent zulegte. Mit der Wahl Joachim Burgers zum Stühlinger Bürgermeister verliert Wutach einen engagierten und erfahrenen Kommunalpolitiker, gewinnt jedoch einen verlässlichen Partner in Stühlingen. Kommunalpolitische Herausforderungen gibt es nach wie vor. Eine der wichtigsten Aufgaben bleibt die Versorgung mit leistungsfähigem Internet. Eine Region ist nur zukunftsfähig, wenn sie an ein schnelles Kommunikationsnetz angeschlossen ist.

Das Lie-Chörchen unter der Leitung von Stefan Wehinger eröffnete den Neujahrsempfang in der Gänsbachhalle.
Das Lie-Chörchen unter der Leitung von Stefan Wehinger eröffnete den Neujahrsempfang in der Gänsbachhalle. | Bild: Petra Mann

Da die Telekommunikationsunternehmen jahrelang kein Interesse an den schwach besiedelten Gebieten zeigten, ziehen Landes-, Kreis- und Kommunalpolitiker jetzt an einem Strang und bauen selbst. Beim Breitbandausbau mit Glasfaserleitungen, Backbone genannt, möchte beziehungsweise muss Wutach mitmachen – für die kleine Gemeinde eine Mammutaufgabe. „Wir hoffen dabei auf die Unterstützung der Einwohner“, meint der Rathauschef.

Ein weiteres wichtiges Thema ist die Wegunterhaltung in der Wutachschlucht. Nachdem der Hauptwanderweg während der gesamten Wandersaison 2016 gesperrt und über Bachheim umgeleitet werden musste, haben die Gemeinde Wutach, der Schwarzwaldverein Bonndorf und Förster Michael Eisele die Initiative ergriffen und zwei Behelfsbrücken gebaut.

Gegen die anhaltenden Wildschäden in der Land- und Forstwirtschaft ergriffen Jagdgenossenschaft und Gemeinderat Maßnahmen: Im November fand erstmals eine revierübergreifende Jagd in Wutach statt. Ziel ist eine vernünftige Balance zwischen Wildtierbeständen einerseits sowie Land- und Forstwirtschaft andererseits. Pünktlich zum Saisonbeginn ist die Betreuung des Hallenschwimmbads unter Dach und Fach – der Bäderdienstleister Pooltrend aus Alpirsbach übernimmt die Leitung.

Äußerst wertvoll ist der Dienst der ehrenamtlichen Helfer, die sich um die 23 Flüchtlinge kümmern, die zurzeit in Wutach leben. Auch Kindergarten und Grundschule leisten wichtige Arbeit.

  • Statistik: Wutach hat zu Beginn des neuen Jahres 1226 Einwohner. Mit 16 Geburten im vergangenen Jahr liegt Wutach so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Die Gemeinde für immer verlassen haben zwölf Bürger, darunter auch die bis dahin älteste Bürgerin, Frau Rosina Zimmermann, im Altern von 98 Jahren. Vier Paare gaben sich im Wutacher Standesamt das Ja-Wort. Ein kommunales Baugrundstück wurde verkauft, sechs Bauanträge eingereicht, davon vier für Einfamilienhäuser.
  • Finanzen: Im Jahr 2017 wurden eher kleinere Baumaßnahmen umgesetzt. Alle Projekte konnten aber abgeschlossen werden, sodass momentan keine offenen Baustellen vorhanden sind. Rund 300 000 Euro sind für Bauprojekte, Beschaffungen und andere Maßnahmen ausgegeben werden. 18 000 Euro an öffentlichen Zuschüssen sind geflossen, 17 000 Euro Schulden wurden planmäßig getilgt. Damit beträgt der aktuelle Schuldenstand 85 000 Euro, das entspricht 70 Euro pro Kopf. Der Stand der Rücklagen in Höhe von mehr als einer Million Euro eröffnet Spielräume für die Umsetzung anstehender Großprojekte in der Gemeinde.

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