Die Obstbäume auf den Streuobstwiesen in der Region tragen dieses Jahr so gut wie keine Früchte. Ob in den Gemeinden Stühlingen, Wutach oder Bonndorf und selbst jenseits der Wutach – nur vereinzelt zeichnet sich ein Ernteertrag ab. Bereits die Zwetschgenernte war äußerst bescheiden. Markus Grüninger von der Ewattinger Mosterei bestätigt auf Anfrage unserer Zeitung, dass es dramatisch wenig Mostobst gibt.

„Wie die Ernte tatsächlich ausfällt, weiß ich natürlich erst am Schluss. Doch dieses Jahr habe ich zum ersten Mal Bauchweh. Wohl gab es immer schon mal schlechte Jahre, aber für unseren Eigenbedarf hat es bisher noch immer gereicht.“ Viele seiner Kunden signalisierten bereits, dass eine schlechte Ernte bevorstehe. „Kein einziger sagte mir bisher, dass er viele Äpfel hätte“, sagt der Mostereibetreiber.

Ein seltenes Bild in diesem Herbst: Derart pralle Apfelbäume sind im Raum Bonndorf, Ewattingen, Stühlingen oder Grafenhausen derzeit kaum zu sehen. Die Ernte auf den Streuobstwiesen in der Region fällt weitestgehend aus.
Ein seltenes Bild in diesem Herbst: Derart pralle Apfelbäume sind im Raum Bonndorf, Ewattingen, Stühlingen oder Grafenhausen derzeit kaum zu sehen. Die Ernte auf den Streuobstwiesen in der Region fällt weitestgehend aus. | Bild: Martha Weishaar

Der Landwirt hat 150 Obstbäume. „Keine fünf davon haben richtig viel Ertrag und die, die Äpfel tragen, verlieren aufgrund der Trockenheit viele Früchte, noch bevor sie ausgereift sind.“ Sorgen bereitet ihm, dass sich das Laub der Bäume zum Teil schon herbstlich färbt. „Das hängt mit dem Stress zusammen, unter dem die Bäume infolge wiederholter trockener Sommer stehen.“

Landwirte und Hobbygärtner aus der ganzen Umgebung bringen ihr Obst nach Ewattingen, von Stühlingen bis Löffingen, von Hüfingen bis Gündelwangen. Zwar gab es immer schon einmal in einzelnen Orten schwache Erntejahre, doch meistens glich sich das durch gute Erträge an anderen Standorten aus. Dieses Jahr fällt die Apfelernte jedoch mehr oder weniger flächendeckend aus. „Auch die Streuobstwiesen am Bodensee und im Klettgau haben dieses Jahr kaum Obst“, weiß Grüninger von Kollegen.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Tafelobsternte in den Obstplantagen hingegen fällt durchschnittlich aus. Diese Bäume werden viel intensiver gepflegt. Rigorose Schnittmaßnahmen bewirken konstante Erträge. Außerdem werden diese Plantagen teilweise gegen Spätfröste während der Blütezeit geschützt. Bei Streuobstwiesen hingegen wird nicht so viel Aufwand betrieben. Man spricht bei den Hochstammbäumen von Alternanz. Das heißt: Nach einer starken Ernte gibt es immer wieder auch einmal ein schwaches Jahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Tatsächlich sei die Ernte im vergangenen Jahr gigantisch gewesen, nach eher schwachen Erträgen im Jahr 2017, berichtet Grüninger. In Anbetracht des trockenen Sommers 2018 sei die letztjährige Rekordernte für ihn allerdings verwunderlich gewesen. Dass es dieses Jahr so übel aussieht, führt er auf die späten Fröste bis Mitte Mai zurück, nachdem die Bäume zuvor bei schönem Wetter ausgetrieben hatten. „Bis zu den Eisheiligen hatten wir immer wieder Frost. Einzig den Birnen hat das nicht so zugesetzt, da hängt ein bisschen was“, konstatiert er.