Gegenüber 2019 haben die deutschen Brauereien 2020 fast 23 Prozent weniger Bier und Biermischgetränke verkauft. Die Privatbrauerei Waldhaus aus dem Südschwarzwald hat sich, trotz dem ersten Lockdown im Frühjahr in der Gastronomie, deutlich gegen diesen Trend entwickelt. Auf über 106.000 Hektoliter und somit um plus 5,2 Prozent konnte die Biermanufaktur ihren Absatz im vergangenen Braujahr steigern.

Der Umsatz der Brauerei verzeichnete eine Steigerung von 5,5 Prozent auf nunmehr 13,3 Millionen Euro. „Dies haben wir einem fantastischen Sommer sowie unseren vielfach prämierten Qualitätsbieren zu verdanken“, sagt Geschäftsführer Dieter Schmid. „Die Absatzeinbußen der Gastronomie konnten zwar nicht aufgefangen werden, aber der vermehrte Griff zu hochwertigen Produkten im Lebensmitteleinzelhandel und Getränkefachgroßhandel war deutlich spürbar und führte in diesem Bereich zu einem überproportionalen Wachstum“, so der Brauereichef.

Kurzarbeit während der Lockdowns

Allerdings ging die Belegschaft während der beiden Lockdowns in Kurzarbeit. „Die Gehälter wurden freiwillig auf 90 Prozent aufgestockt“, betont Dieter Schmid. Damit wolle man der Verantwortung als Arbeitgeber gerecht werden. „Wir versuchen unser Bestes, aber die Situation wird immer schwieriger“, räumt er ein.

Auf ein Bier: Dieter Schmid, Chef der Privatbrauerei Waldhaus, kann trotz der Krise gut lachen. Der Umsatz der Brauerei stieg.
Auf ein Bier: Dieter Schmid, Chef der Privatbrauerei Waldhaus, kann trotz der Krise gut lachen. Der Umsatz der Brauerei stieg. | Bild: sk

Fakt ist, dass die beiden Lockdowns dazu führten, dass bis Ende Dezember in der Gastronomie bereits Umsatzverluste im siebenstelligen Bereich entstanden. Dennoch erhält die Brauerei, wie auch alle anderen Brauereien, im Gegensatz zur Gastronomie keinerlei Hilfe. Trotz der Umsatzeinbrüche, die zu einem Investitions-Sparkurs führen, bleibt Schmid positiv, was nicht zuletzt an den zahlreichen Qualitätsauszeichnungen seiner Bierspezialitäten liegt.

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„Der Trend zu regional ehrlich produzierten Produkten wird auch nach der Krise fortbestehen, wenn nicht sogar wachsen“ ist sich Schmid sicher. Die Vergangenheit habe deutlich gezeigt, dass nach einer Wirtschaftskrise die emotional aufgeladenen Qualitäts-Marken stärker wuchsen als Standardbiere. Die Verwendung von 100 Prozent Naturhopfen sowie die Auszeichnungen wie das „Worlds Best Pilsner“ im vergangenen Jahr für das Waldhaus Diplom Pils tragen sicherlich zum positiven Ausblick Schmids bei.

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„Auch wenn wir als Brauerei ohne Frage ebenfalls zu den Verlierern dieser Pandemie gehören, sind wir im Gegensatz zu vielen anderen Unternehmen bislang mit einem blauen Auge davongekommen“, sagt Schmid. Deshalb werde Waldhaus auch 2021 alles tun, um seine Partner in der Gastronomie zu unterstützen. Eine für Anfang Mai geplante Preiserhöhung bei den Fassbieren werde deshalb für die Gastronomie bis zum Herbst ausgesetzt.