Bei der jüngst in St. Blasien gedrehten Filmproduktion „Wann kommst du meine Wunden küssen?“ hat nicht nur der Inhaber der Apotheke Dr. Kammerer aus St. Blasien sich selbst gespielt, sondern es wurde auch ein Pferd samt Double engagiert. Das kam aus dem Reitstall Thoma in Remetschwiel. Reitlehrerin Claudia Steier sprang bei den ersten Galoppszenen für Darstellerin Gina Henkel ein. Universo, das Pferd, das sich das Filmteam ausgesucht hatte, verhielt sich indes derart professionell, dass die Schauspielerin am Ende einige Szenen auch selbst übernehmen konnte.

„Universo hat die Aufmerksamkeit, die er bekam, sichtlich genossen und ist in kurzer Zeit so sehr zum Filmpferd geworden, dass er in den Wartepausen ganz locker gechillt und dann beim Dreh alles gegeben hat“, erklärt die Inhaberin des Reitstalls, Michaela Thoma.

Eine Stunde Vorbereitung für drei Sekunden Film, das sei für sie eine durchaus neue Erfahrung gewesen. Filmleute sähen doch mit ganz anderen Augen, im Alltag sei es eben nicht so wichtig, ob sich etwas 30 Zentimeter mehr rechts oder links abspiele. Für sie war am Ende das viele Warten mit dem Tier gewöhnungsbedürftiger als für ihr Pferd selbst. „Klar, es war eine tolle Erfahrung“, meint sie denn auch, „aber zum täglichen Brot würde ich die Filmerei nicht machen wollen“.

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Auch wenn Universo kein professionelles Filmpferd ist, so musste das Pferd, das vom Filmteam ausgesucht wurde, doch ein sehr gut ausgebildetes Pferd sein, vor allem ein vollkommen verlässliches Pferd, das auch dann nicht schreckhaft reagiert, wenn es im Galopp von oben mit einer Drohne gefilmt wird, und das in jeder Situation schnell begreift, was zu tun ist. Und nicht zuletzt sollte es auch ein Pferd sein, „das was hermacht“, wie Michaela Thoma sich ausdrückt, ein großes, stolzes, auch etwas wild wirkendes Pferd als idealer Gefährte für die Rolle von Gina Henkel im Film.

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Als das Filmteam im vergangenen Jahr Ställe in der Nähe von St. Blasien angerufen und sich schließlich für den Reitstall in Remetschwiel entschieden hatte, sei noch an ein anderes Pferd gedacht gewesen. Das war aber inzwischen trächtig und stand deshalb für die Dreharbeiten nicht mehr zur Verfügung.

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Aber Gina Henkel habe sich gleich in Universo „verguckt“, und zusammen mit Claudia Steier sei die Schauspielerin, die mit einem Vorwissen von zehn Reitstunden nach St. Blasien gekommen war, dann auch so zügig mit ihrem Pferd verwachsen, dass am Ende das Double gar nicht mehr für alle Galopps gebraucht wurde.

Die Drehorte

Im Film ist Universo ein Pferd, das auf dem Hof lebt, auf dem sich der größte Teil der Handlung abspielt. Die Pferdeszenen wurden aber auch im Wald, auf einer Kahlschlagfläche bei Remetschwiel sowie an der Staumauer beim Mettmabecken gedreht. Michaela Thoma sorgte jeweils für den Transport, und einen Tag verbrachte das gesamte Team einschließlich Wagenpark und Catering auch direkt auf dem Reiterhof.

Die Chemie stimmt

Alle an den Filmaufnahmen Beteiligten seien mit dem Ablauf sehr zufrieden gewesen und glücklich, dass die Chemie zwischen Pferd und Darstellerin so gut geklappt hat, sagt Halterin Michaela Thoma. „Das verdanken wir bis zu einem gewissen Grad sicher auch dem Umstand, dass Claudia Steier bei ihren Reitstunden ganz auf individuelle Betreuung setzt und die Schulpferde alle entsprechend gut ausgebildet sind“, ist Michaela Thoma überzeugt, die seit 2006 gemeinsam mit Ehemann Günter ihren Reiterhof betreibt, sowohl mit Pensionsstall als auch mit eigenen Pferden, die sie auch zur Zucht verwenden.