Nach zweijähriger Planung starteten jetzt mit dem symbolischen ersten Spatenstich die Bauarbeiten für die neue Lignotrend-Zentrale am Ortsrand von Remetschwiel. Nicht nur die Chefs und Vertreter der Lokalpolitik halfen beim Graben: Auch viele Mitarbeiter brachten ihren eigenen Spaten mit und unterstrichen eindrücklich das Bekenntnis zum Standort, das im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum (ELR) gefördert wird.

Es war ein Wunsch des Firmengründers Werner Eckert, dass die Mitarbeiter von Lignotrend, die ganz maßgeblich am Erfolg der Firma beteiligt sind, am offiziellen Spatenstich dabei sein sollen. So entstand das Bild, das von einer Drohne aus aufgenommen wurde.
Es war ein Wunsch des Firmengründers Werner Eckert, dass die Mitarbeiter von Lignotrend, die ganz maßgeblich am Erfolg der Firma beteiligt sind, am offiziellen Spatenstich dabei sein sollen. So entstand das Bild, das von einer Drohne aus aufgenommen wurde. | Bild: Horst Jülke

Ein ans Gelände angepasstes dreigeschossiges Bürogebäude wird den Abschluss des Betriebsgeländes im Westen der Produktionshallen markieren. Verwaltung und technische Unternehmensbereiche der inzwischen auf 150 Mitarbeiter angewachsenen Firma werden an diesem neuen Standort in gut anderthalb Jahren erstmals unter einem Dach zusammenarbeiten.

Baustoff aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Das Freiburger Architekturbüro Harter & Kanzler ging als Sieger aus einem Architekturwettbewerb hervor und entwarf ein modernes Gebäude, das in seinen wesentlichen Teilen komplett aus Massivholz konstruiert sein wird. Dabei werden selbstverständlich Produkte aus der direkt benachbarten Lignotrend-Produktion überwiegen und damit Holz aus der Region. So kann das Unternehmen die Herkunft aus nachhaltiger Forstwirtschaft garantieren.

In Form astfreier Weißtannenoberflächen an Wänden und tragenden Akustikdecken werden im fertigen Gebäude auch große Flächen hellen Holzes sichtbar sein. Lignotrend ist dafür seit kurzem auch direkter Rundholz-Abnehmer für Weißtannenstarkholz und verarbeitet es im eigenen Sägewerk in Ibach weiter.

Holz für Gebäude wächst in weniger als zehn Minuten

Kein Rechenfehler: Pro Sekunde wachsen in Deutschlands Wäldern die Menge von fast vier Kubikmetern Holz nach, so Unternehmensgründer Werner Eckert. Das bedeute, dass das Holz, das für den Neubau verwendet werde, in weit weniger als zehn Minuten nachgewachsen sei. Nicht durch Bannwälder, nur durch schonende Ernte im Wald und langfristige stoffliche Nutzung des Holzes bleibe darin aber CO2 aus der Atmosphäre gebunden, sodass ein Beitrag zur Begrenzung der Erderwärmung geleistet werden könne.

Material ist wertvoller CO2-Speicher

Der Unternehmensgründer verwies darauf, dass mit jedem Kubikmeter der Kohlenstoff aus fast eine Tonne Kohlendioxid gespeichert werde. Man könne von der Konstruktion des geplanten Bürogebäudes bei fast 1400 Tonnen CO2-Speicherung also von aktivem Klimaschutz sprechen.

Auch die Bilanz über das gesamte Unternehmen kann sich sehen lassen: Geschäftsführer Ralph Eckert rechnet für die jährliche Herstellung von 30 000 Kubikmeter des konfigurierbaren Ligno Brettsperrholzes mit Holz aus artgerechter Waldbewirtschaftung vor: Lignotrend entlaste die Atmosphäre jährlich von fast 30 000 Tonnen Kohlendioxid. Auch die Anlagen in der Produktion werden zu 100 Prozent mit regenerativer Energie aus der Region betrieben.

Das eigene Büro ist nicht das einzige Projekt in Südbaden, das die große Branchenakzeptanz der Produkte aus dem Südschwarzwald demonstriert. Aktuell wird im nahen Wiesental das viergeschossige Bürogebäude der „Stromrebellen“ für die Elektrizitätswerke Schönau EWS fertig gestellt, errichtet von Holzbau Amann. Das individuell konfigurierbare Brettsperrholz der Marke „Ligno“ wird in Mitteleuropa und auch international für Bauaufgaben vom kleinen Wohnhaus bis zur großen Messehalle verwendet. Für das neue Jahr hat Holzbau Bruno Kaiser bei Lignotrend etwa die Bestellung von Material für den Bau eines achtgeschossigen Holzbaus in Freiburg angekündigt.