Weilheim Bierbrauer entdecken die „Generation Ü 50“

Brauerei Waldhaus nimmt an Forschungsprojekt teil, das mit EU-Mitteln gefördert wird. Bedürfnisse älterer Konsumenten stehen im Mittelpunkt

In den vergangenen Jahren haben Brauereien im Land verstärkt versucht, mit neuen Kreationen eine immer jüngere Konsumentengruppe anzusprechen. Die Invasion der Biermixgetränke zielte vor allem darauf, den traditionell herben Geschmack des Bieres durch die Beigabe von Cola oder Limonade so zu versüßen, dass er auch Jugendliche anspricht. Die Privatbrauerei Waldhaus rückt nun mit einem Projekt Konsumenten der Altersgruppe „50 plus“ in den Mittelpunkt. Das gemeinsame Projekt mit der Wirtschaftsregion Südwest GmbH wird gefördert mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds.

Im Jahr 2050 wird jeder dritte Einwohner in Deutschland älter sein als 60 Jahre. Die gesamte Generation 50+ verfügt heute über eine höhere Kaufkraft als jüngere Menschen. Zudem haben über 50-Jährige höhere Ansprüche an die Qualität von Produkten.

Dieter Schmid, Geschäftsführer der Brauerei Waldhaus, betont: „Die Bedürfnisse unserer Kunden konzeptionell zu berücksichtigen, war schon immer unser Bestreben. Daher sind wir gespannt, welche Ideen und Erkenntnisse wir im Laufe dieses Projekts entwickeln werden.“

„Demografie aktiv gestalten“ ist ein Projekt der Wirtschaftsregion Südwest in Kooperation mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach mit dem Ziel, Unternehmen besser auf die Herausforderungen des demografischen Wandels vorzubereiten. Im Rahmen des Projektes werden einige Unternehmen intensiv bei der Entwicklung demografieorientierter Strategien und Maßnahmen begleitet.

Im Rahmen von mehreren Workshops soll die Situation des Unternehmens analysiert und daraufhin passgenaue Maßnahmen für die Brauerei erarbeitet werden. Begleitet wird das Unternehmen dabei von Prof. Gerhard Jäger und Prof. Peter Billen, beide ausgewiesene Experten im Bereich des Marketing-Managements.

Das Professoren-Duo hat auch den Arbeitsplan für den Prozess gestaltet. Untersucht werden sollen beispielsweise Auswirkungen auf die Optik der Bierflaschen, also etwa die Etikettengestaltung sowie die Frage, ob der Biergeschmack sich bei Personen unterschiedlichen Alters unterscheidet. Auch könnte die Frage der Flaschen- und Gebindegröße eine Rolle spielen.

Vorgesehen ist, dass man bis zum Herbst zu Ergebnissen kommt, die man dann im Laufe der nächsten zwei Jahre umsetzen möchte. „Der demografische Wandel ist eine Riesenherausforderung für alle Unternehmen. Bisher verschließen die meisten allerdings die Augen davor“, sagt Anja Obermann. Die Geschäftsführerin der Wirtschaftsregion Südwest GmbH hat die Idee und das Konzept des Projektes entwickelt. „Wir möchten durch die enge Begleitung einiger Unternehmen Beispiele entwickeln, die andere regionale Firmen animieren und zeigen sollen, welche Maßnahmen möglich sind, um altersspezifische Angebote zu entwickeln.“

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