Der kleine Ortsteil Heubach hat sich längst zu einem kulturellen Zentrum in der Gemeinde Weilheim entwickelt. Kunst und Musik haben Gabi und Matthias Hilpert in den kleinen Weiler, er zählt rund 30 Einwohner, gebracht.

2015 haben sie das Heubacher Fest, ein Symposium mit vier einheimischen Künstlern und Musik, ins Leben gerufen haben. Seit 2017 stehen auch die Hauskonzerte, vier pro Jahr, auf dem Programm der Heubacher Kunstszene. Der Rahmen für die Hauskonzerte sucht seinesgleichen. Wohn- und Esszimmer werden ausgeräumt, um Platz für die Bühne und rund 40 Sitzplätze zu schaffen.

Da fragt man sich natürlich, wie soll das gehen, wenn sich, wie beim jüngsten Hauskonzert 121 Musikliebhaber im Haus der Hilperts einfinden, um den Auftritt von Martina Eisenreich und Andreas Hinterseher erleben zu können.

Wer keinen der Stühle benutzen kann, verteilt sich rund um die beiden Räumlichkeiten, also auch auf einer Empore über den Wohnraum mit bestem Blick auf die kleine Bühne. Einerlei, ob man Sicht auf die Bühne hat, oder wie vom Flur oder der Küche aus lediglich in den akustischen Genuss des Konzertes kommt, die musikalischen Events im Haus Hilpert sind immer ein ganz besonderes Erlebnis für jeden Besucher.

Beim jüngsten Konzert erlebte das Publikum mit Martina Eisenreich und Andreas Hinterseher zwei virtuose Ausnahmemusiker in einer intensiven musikalischen Begegnung. Faszinierende Filmmusiken und wundersame Klanglandschaften der international erfolgreichen Kino-Komponistin treffen auf phantastische musikalische Reise-Erzählungen des Akkordeonisten der Erfolgsgruppe „Quadro Nuevo“.

Martina Eisenreich legt als Komponistin für Kinofilme in Europa und den USA eine ganz eigene, unverwechselbare Tonpoesie vor. Und sie beherrscht auch auf ihrem Instrument, der alten französischen roten Violine, ein ungewohntes und ergreifendes Gefühlsrepertoire.

Neben vielen weiteren Preisen hat sie 2018 den deutschen Filmmusikpreis in der Kategorie Beste Musik im Film für den Tatort „Waldlust“ gewonnen. Andreas Hinterseher, als Akkordeonist und Komponist mit seinem berühmten Ensemble „Quadro Nuevo“, seit vielen Jahren in der ganzen Welt auf Tour, ist ein Vagabund, der seine Reiseerlebnisse in eindrucksvoller Weise musikalisch umsetzt.

Neben vielen eigenen Werken der beiden Musiker waren ganz neue Interpretationen alter Filmmelodien wie „Il Postino“, „Papa can you hear me“ aus „Yentl“, Titelmelodie „Misirlou“ aus dem Kultfilm „Pulp Fiction, oder Piazzollas Klassiker „Oblivion“ zu hören.