Noch ein Tag bis zum Start des Grenzenlos-Festivals im Dreiländergarten, doch die Fans der Technomusik haben den Park schon voll im Griff. Überall wird gebaut und geschraubt, werden Elektrokabel und Wasserleitungen verlegt. Am Samstag werden bei dem Festival für Elektromusik im Dreiländereck, das in diesem Jahr zum sechsten Mal stattfindet, etwa 5000 Besucher erwartet.

Der Aufwand ist enorm. 80 bis 130 Arbeiter – darunter erstaunlich viele weibliche Technofans – sind derzeit damit beschäftigt, den Park in einen Dancefloor zu verwandeln. Sechs Bühnen lassen sie entstehen, wobei Geschäftsführer Sven Galvez-Barbero und sein Team geschickt die Möglichkeiten nutzen, die der Dreiländergarten bietet. Da gibt es den Tunnel rechts des Eingangsbereichs, der eine gruftige Atmosphäre vermittelt, da laden wenig weiter die Wassergärten ein, Musik vom Boot aus zumachen – oder je nach Temperatur auch zu einem abkühlenden Bad –, und die Wiesen unter den Bäumen am östlichen Rand des Parks geben den idealen Rahmen für die eher psychedelischen Klänge der Goa-Fans. Dazu kommen das große Zirkuszelt und im vorderen Bereich des Parks die Tree-Stage, die klein, aber fein immer wieder für Entdeckungen gut ist. Im Zentrum steht die Hauptbühne, vor der die Technofans so richtig abtanzen können. Die acht DJs, die hier auflegen, gehören zu den Besten ihres Fachs – genauso wie Produktionsleiter Klaus Schenker und Richard Becerra, die nicht nur am Grenzenlos-Festival dafür sorgen, dass der Aufbau klappt, sondern sich bei vielen Großveranstaltungen einen Namen gemacht haben.

Alles Maßarbeit – auch die Deko
Alles Maßarbeit – auch die Deko | Bild: Ulrich Senf

Selbstverständlich ist für Sven Galvez, dass das Grenzenlos-Festival mit einer beeindruckenden Vielfalt an Stilen aufwartet. So sorgfältig das hochkarätige Line-Up, die Liste der über 50 Namen der DJs und der Spielorte, ausgewählt ist, so viel Liebe steckt auch in der jeweiligen Dekoration. Ein ganzes Team von Helfern ist damit beschäftigt, fantasievolle Gestelle zusammenzuzimmern und mit allerlei Materialien zu bespannen und zu bekleben. Dazwischen gibt es eher rustikal zusammengezimmerte Sitzgelegenheiten bis hin zu regelrechten Türmen und Tribünen. Von denen aus lässt sich das Geschehen bestens verfolgen – denn das Gesehenwerden, das sich zur Schau stellen und das Betrachten, gehört bei den Technofans, die ihre Freude mit den bizarrsten Outfits ausleben, einfach dazu. „Bei der Technik haben wir noch einmal kräftig zugelegt. Der Sound ist noch besser als in den Vorjahren“, verspricht Sven Galvez-Barbero – wobei die sogenannten Lineaways dafür sorgen, dass die Fans auf den Floors im Klang regelrecht baden können, die Lautstärke im Umfeld aber drastisch nachlässt. Die Rücksichtnahme auf die angrenzende Wohnbebauung ist Galvez einiges wert. Auch wenn keine externen Lautstärkemessungen vorgeschrieben sind, wird vor jeder Bühne dokumentiert, wie laut die Musik ist. „Das machen wir auch zur eigenen Sicherheit und für die Stadt“, so Galvez.Da bleibt für den Festivalchef nur noch der besorgte Blick zum Himmel. Denn auch wenn der Vorverkauf brummt – „der war noch nie so gut wie in diesem Jahr“ –, hängt der Erfolg doch entscheidend vom Wetter ab.

Sven Galvez-Barbero
Sven Galvez-Barbero | Bild: Ulrich Senf

Das Festival öffnet am Samstag, 11 Uhr, seine Tore und endet um 24 Uhr. Last Minute Tickets (42,90 Euro) gibt es an der Kasse. Rund 40 Prozent der Besucher kommen aus Deutschland, ähnlich viele kommen aus der Schweiz und noch einmal rund 20 Prozent aus Frankreich.