Die Brachfläche des ehemaligen Lüber-Geländes in Öflingen könnte schon in diesem Herbst verschwinden. Der Bau- und Umweltausschuss befürwortete, dass hier fünf Gebäude mit insgesamt 16 Wohnungen und 29 Stellplätze gebaut werden dürfen.

Bauplätze seien im Wehratal weiterhin ein knappes Gut, so Bürgermeister Michael Thater. Da es kaum noch städtische Flächen für neue Baugebiete gebe, gelte es, private Bauvorhaben und die damit verbundene Innenraumverdichtung zu fördern. Darum unterstützen Stadtverwaltung und Bauauschuss nun den Bauantrag der fd immobilien Gmbh durch ein vereinfachtes Verfahren. Es habe zwei Möglichkeiten gegeben, so Bauamtsleiterin Ramona Meyer: die aufwändigere Änderung des Bebauungsplans oder die Beurteilung des Vorhabens nach §34 Baugesetzbuch. Letzteres bedeute, dass nur geprüft wird, ob sich die Bebauung in die Umgebung einfügt.

Ein kleines Wohngebiet entsteht auf dem früheren Lüber-Areal in Öflingen.
Ein kleines Wohngebiet entsteht auf dem früheren Lüber-Areal in Öflingen. | Bild: Architekturbüro Leykum

Simon David, Antragsteller und Geschäftsführer der Bad Säckinger FB Immobilien Gmbh, freute sich sehr über die breite Zustimmung im Ausschuss: „Wir hatten immer schon Wehr im Blick“, so der gebürtige Wehrer über die Möglichkeit, nun auf dem Abbruchgelände zu bauen. „Wir planen einen Mischbebauung für ein breites Publikum, da gerade hier die Nachfrage von jungen Familien besonders groß ist,“ so David weiter.

Insgesamt 2380 Quadratmeter Wohnraum sollen entstehen, darunter auch Wohnungen mit vielen Zimmer für Familien mit mehreren Kindern. Konkret soll an der Brühlstraße ein Mehrfamilienhaus gebaut werden, unterhalb des Gebäudes werde es einen offenen Parkbereich mit zehn Stellplätzen geben. Von Seite der Wehratalstraße soll eine Erschließungsstraße zu drei Reihenhäusern und sechs Doppelhaushälften führen. Die Doppelhäuser mit bis zu 205 Quadratmeter Wohnfläche sollen bis zu sechseinhalb Zimmer haben, mit der Option den Dachboden auszubauen, so David.

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Der Bau- und Umweltausschuss nutzte die Anwesenheit von Bauträger David und dem Architekten Rüdiger Leykum um offene Fragen zu klären. Besonders die bereits schwierige Parksituation in der Brühlstaße sorgte die Gemeinderäte. Mit 1,8 Stellplätzen pro Wohneinheit liegen man aber über der Vorgabe, so David. Ebenfalls kritisch diskutiert wurde die dichte Bebauung. Hier wies Bürgermeister Thater darauf hin, dass es einen älteren Plan mit noch dichterer Bebauung gab. Dieser sei zwar nicht umgesetzt worden, wäre aber auch möglich gewesen.

Die nun beantragte Bebauung sei dicht, aber passend zum Umfeld, so Thater. Durch die Begrünung der Garagenflächen werde zusätzliche wichtige Grünfläche geschaffen. Auch ein Spielplatz beim Mehrfamilienhaus sei entsprechend der Vorgaben eingeplant, so Architekt Leykum. Mit der Befürwortung des Ausschusses kann nun der Bauantrag beim Landratsamt eingereicht werden. „Wir hoffen, noch im Herbst mit dem Bau beginnen zu können“, so Simon David.

Genehmigung für 70 neue Wohnungen

„Wir haben im ersten Halbjahr bereits den Bau von etwas mehr als 70 neuen Wohnungen genehmigt“, so Bürgermeister Thater am Dienstagabend im Bauausschuss. Nach dem Bauvorhaben auf dem Lüber-Gelände wurde in der gleichen Sitzung auch der Bau eines Mehrfamilienhauses in der Wehratalstraße mit neun Wohneinheiten befürwortet. Hier wurde ebenfalls von einer Änderung des Bebauungsplans zugunsten eines schnelleren Verfahrens abgesehen. Kritisch diskutiert wurde die Firsthöhe des Gebäudes: Durch die Hanglage sei das Gebäude so sehr massiv. Letztendlich folgte der Ausschuss aber mehrheitlich der Ansicht der Stadtverwaltung, dass sich auch dieses Gebäude in die Umgebung einfügt. Ebenfalls gebaut wird auf einem freien Grundstück im Innenstadtbereich an der Friedrichstraße, zwischen Seebodenstraße und Haseler Straße . Hierfür wurde im August 2020 der Bebauungsplan „In den Höfen“ angepasst. Nun entstehen hier zwei Mehrfamilienhäuser mit insgesamt sieben Wohneinheiten und einer Tiefgarage, so Thater. (jub)