Rund 90 Menschen aus der Ukraine leben zur Zeit in Wehr. Besonders Wohnraum und Sprachkurse werden benötigt. Koordiniert wird die Hilfe durch die Stadtverwaltung und die neue Integrationsmanagerin Tina Alagöz.

Anders als 2016, aber dennoch mit dringendem Handlungsbedarf sei die aktuelle Situation, erklärten Integrationsmanagerin Tina Alagöz und Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz kürzlich im Gemeinderat.

Anders, weil die Geflüchteten nicht über Zuweisungen sondern auf privatem Weg nach Wehr kommen würden. Unterlagen seien vorhanden, die Anmeldung bei der Stadt könne so relativ problemlos durchgeführt werden.

Anders auch, weil die Menschen nicht mit der Absicht zu bleiben kommen würden, erklärt Alagöz. Aus diesem Grund seien bislang auch nur wenige Menschen in Südbaden angekommen: Viele Flüchtlinge bleiben in großen Städten und möglichst in Nähe ihres Heimatlandes um bald heimkehren zu können. Integration wie bei den Geflüchteten aus Syrien oder Afrika sei darum weniger gefragt.

Wohnraum und Sprachkurse sind gesucht

Auch könnten die Geflüchteten teilweise ihre Jobs über Tochterunternehmen weiter ausüben und der Unterricht für ältere Schüler würde über das Internet weiterhin von den Schulen in der Ukraine durchgeführt. Der Aufbau eines ehrenamtlichen Helferkreises sei darum aktuell noch nicht notwendig, so Bürgermeister Michael Thater: „Die Geflüchteten sind sehr viel selbstständiger, helfen sich selbst oder haben bereits private Unterstützung.“

Genauso wichtig wie für die 2016 angekommenen Geflüchteten sei es jedoch, privaten Wohnraum zu finden. Die aktuell rund 90 Menschen konnten größtenteils in privaten Wohnungen untergebracht werden. Eine Gruppe von 13 Personen hat Platz in der Obdachlosenunterkunft gefunden. „Damit sind die städtischen Möglichkeiten relativ ausgeschöpft“, so Bürgermeister Michael Thater.

Wenn deutlich mehr Menschen nach Wehr kommen würden gäbe es die Möglichkeit, die Seebodenhalle zur Unterbringung zu nutzen. Dies sei allerdings keine dauerhafte Lösung. Ebenfalls gefragt seien Sprachkurse: „Es scheitert daran, dass es keine Lehrkräfte gibt“, so Integrationsmanagerin Alagöz.

Da es aber weniger um den Erwerb eines Sprachzertifikats, sondern einfach um Grundkenntnisse für den Alltag gehe, brauche man als Lehrkraft keine so hohe Qualifikation wie etwa einen Hochschulabschluss.

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