Ein Defizit von mehr als 100.000 Euro, aber trotzdem Hoffnung auf bessere Zeiten beinhaltet der Ausblick von Stadtförsterin Swantje Schaubhut für das kommende Jahr im Wehrer Wald. Im Forst stehen Einnahmen von knapp 290.000 Euro, vor allem durch den Holzverkauf, Ausgaben in Höhe von mehr als 390.000 Euro gegenüber. Hier sind die Verwaltungs- und Personalkosten mit knapp 240.000 Euro der größte Posten, gefolgt von den Erntekosten mit knapp 110.000 Euro. „Es gibt eine Tendenz zu besseren Preisen für Fichtenstammholz, die Nachfrage ist da“, sagte Schaubhut.

Im vergangenen Jahr drückten die großen Mengen Käferholz die Holzpreise. Dazu kam, dass die Sägewerke wegen der Pandemie nicht mit voller Kapazität arbeiten konnten. „Das hat sich jetzt wieder normalisiert“, erklärte Schaubhut. Gebessert habe sich auch die Borkenkäfersituation. Dank der reichhaltigen Niederschläge habe es nur an einzelnen Stellen einen Befall gegeben und die Schädlinge hätten sich auch weniger stark ausbreiten können. „Im Stadtwald gab es nur einen großen Befall mit rund 300 Festmeter in höherer Lage“, erklärte Schaubhut. Durch weniger Hitzestress und mehr Regen waren die Bäume demnach nicht mehr so anfällig für die Käfer wie in den vergangenen Jahren.

Fällungen

Trotzdem seien die Defizite der trockenen Jahre noch nicht ausgeglichen. Denn während Flachwurzler wie die Fichte den Regen gut aufnehmen konnten, braucht es für tief wurzelnde Bäume wie die Tanne langen und gleichmäßigen Regen. Für diese Bäume sei die Lage noch schwierig, das Wasser kam noch nicht ausreichend an, so Schaubhut. Auch an einigen Buchen zeigen sich Trockenheitsschäden, besonders bei älteren und freistehenden Exemplaren am Waldberg. Diese werden aktuell gefällt, bevor sie zu einer Gefährdung, etwa durch herabfallende Äste, werden können. Geplant sind auch zwei Seilkranhiebe im kommenden Jahr auf den abschüssigen Flächen im Bereich Sommerhalde beim Kavernenkraftwerk und am Waldberg. Mit dem Seilkran seien die Kosten zwar höher, dafür könne auch mit guten Erträgen durch die in diesem Bereich zu erntenden Douglasien gerechnet werden.

Die Aufforstung

Bei der Aufforstung der unter anderem durch die Fällung von Käferholz frei gewordenen Flächen nutzt die Försterin auch das Potenzial des Waldes: Wenn die umliegenden Baumarten genügend Potenzial haben, kann statt Neubepflanzung durch die Forstarbeiter auf die selbstständige Naturverjüngung gesetzt werden. In anderen Bereichen wurde bereits mit neuen Anpflanzungen begonnen. „Wir werden zunehmend die selteneren einheimischen Bäume wie beispielsweise die Elsbeere anbauen“, sagte Swantje Schaubhut über den neuen forstwirtschaftlichen Fokus.