Mehr Vielfalt und Erholung, weniger Investitionsgut soll der Fokus im Wehrer Stadtwald für die nächsten zehn Jahren sein. Stadtförsterin Swantje Schaubhut und Markus Rothmund, Leiter des Kreisforstamts, stellten die neue Forsteinrichtung kürzlich im Gemeinderat vor.

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Alle zehn Jahre findet im Wald eine große Inventur statt. Nicht nur der aktuelle Bestand wird dabei erfasst, sondern auch wie der Wald zukünftig gestaltet und genutzt werden soll. Die Ausrichtung für die kommenden zehn Jahre wurde nun vom Gemeinderat beschlossen: Besonders die Ökologie soll eine stärkere Gewichtung erhalten. „Die schwarze Null steht nicht mehr im Vordergrund“, so Stadtrat Christoph Schmidt (FW).

Klimastabile und standortangepasste Arten, Stilllegung von schlecht zu bewirtschaftenden Waldstücken und nur maßvolle weitere Erschließung sollen den Wald dabei weiter zukunftsfähig halten. „Unsere Förster haben immer schon auf Vielfalt und Ökologie geachtet und etwa früh die Douglasie angebaut“, so Paul Erhart (CDU). „Im Vergleich zum restlichen Landkreis sieht es bei uns gut aus“, so auch Stadtförsterin Schaubhut und schließt sich dem Lob für ihre Vorgänger an: „Ich bin froh, das ich diesen Wald übernehmen durfte.“

Friedwald im Blick

Als größter Einflussfaktor bleibe langfristig der Klimawandel mit den letzten Hitzesommern und Frühjahrestürmen und den daraus folgenden Schädlings- und Krankheitsbefall. Der lange Zeit am Boden liegende Holzmarkt bringe neue Nutzungsmöglichkeiten ins Spiel, so die beiden Fachleute. Aktuell werde etwa die Einrichtung eines Friedwalds geprüft, zudem gebe es frei handelbare Ökopunkte für verschiedene nachhaltige Bewirtschaftungsformen.

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Die Stadträte mahnten hier aber zu einen maßvollen Umgang: „Die Ökopunkte wachsen nicht nach und können nur einmal verkauft werden“, so Erhart. Dem schloss sich Vito Doria (Grüne) an: „Zuerst müssen wir schauen, was wir als Kommune brauchen.“ Ökopunkte können beispielsweise eingesetzt werden, wenn für eine Baumaßnahme Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen. Als dritte wichtige Komponente soll auch die soziale Funktion des Waldes weiterhin berücksichtigte werden: „Der Wald ist dafür bereits gut erschlossen und gerade jetzt wichtig für die Erholung“, so Rothmund.