Borkenkäfer und Pilzerkrankungen, der Orkan Sabine, ein schlechter Holzmarkt und nun auch noch reichlich Schneebruch machen der neuen Försterin Swantje Schaubhut das erste Jahr im Wehratal schwer. Darum steht auch für 2021 ein großes Minus von gut 217.000 Euro im Forstbetriebsplan.

Besser als im Vorjahr

Doch es lohnt ein zweiter Blick: Mit dem Wechsel des vorherigen Wehrer Stadtförsters Georg Freidel zum Landratsamt Waldshut wurden nun auch dessen Pensionsrücklagen in Höhe von rund 100 .000 Euro dorthin übertragen. Es bliebt ein Minus von über 110.000 Euro, denn der Holzmarkt ist in der Krise stark eingebrochen. Trotzdem stehe man besser da als im Vorjahr, so Schaubhut: Die Holzkäufe nehmen langsam wieder zu. „Die Vorräte sind aufgebraucht und selbst Käferholz wird wieder gekauft“, freut sich Schaubhut. Darum sind für dieses Jahr Einschläge von insgesamt 4500 Festmetern geplant, davon 1000 Festmeter für Schadholz, Sturmschäden oder auch Schneebruch.

Zum Vergleich: Vor den drei heißen Sommern konnte Schaubhuts Vorgänger 2017 sogar noch einen kleinen Überschuss erwirtschaften, gut 5000 Festmeter Einschlag waren damals geplant. 2020 hingegen wurde nicht mal die lange Zeit noch zu guten Preisen verkäufliche Douglasie eingeschlagen, auch das Käferholz blieb weitgehend im Wald stehen um weitere Kosten zu vermeiden.

Schädlinge und Klimawandel

Die Arbeit mit der Natur bringt immer wieder Überraschungen: „Eigentlich wäre jetzt Haupterntezeit“, erklärt Schaubhut, doch die Schneemengen bremsen die Arbeiten. Die starken Schneebrüche seien vor allem auf den schweren, nassen Schnee zurückzuführen, weniger auf die Schädlinge. Trotzdem bleiben Borkenkäfer ein großes Thema. „Wie sich die Käferpopulation entwickelt, ist kaum vorhersehbar“, erklärt Schaubhut.

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Um den Wald gegen Klimawandel und Schädlingsbefall zu wappnen, arbeitet man im Forstamt schon seit Jahren an Umstrukturierungen. Weg von der anfälligen Monokultur, den Bäumen in Reih und Glied ohne Unterholz hin zu einem sich selbst erneuernden Organismus mit verschiedenen Baumarten. Denn geschädigte Waldstücke können sich durchaus selbst erneuern, erklärt Schaubhut. Wichtig dafür sind Jungbäume im Unterholz, welche nach Selbstaussaat oder auch gezielte Anpflanzung heranwachsen.

Vom Borkenkäfer geschädigte Bäume oberhalb des Wehrer Meierhofs. Bild: SK
Vom Borkenkäfer geschädigte Bäume oberhalb des Wehrer Meierhofs. Bild: SK | Bild: sk

Für die Auswahl der geeigneten Bäume lohne es sich auch, in südliche Länder zu blicken, so Schaubhut weiter. Denn, was dort erfolgreich wächst, könnte auch hier in den kommenden heißen Sommern bestehen. Überraschungen werden aber bleiben. Schaubhut: „Die Esche war eigentlich top für den Klimawandel geeignet“. Durch das Eschentriebsterben sind nun europaweit die Bestände bedroht.