Rund 30 Jahre hat Thomas Götz im Bauamt das Leben und Wohnen im Wehratal mitgestaltet. Nun geht der Leiter des Bauamts am Freitag in den Ruhestand. Mit der Neugestaltung der Innenstadt, der Umgehungsstraße und vielen Baugebieten hat er an den große Veränderungen im Ort mitgewirkt.

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Der Leiter des Bauamts ist zuständig für den großen Rahmen: Flächennutzungspläne, Bebauungspläne und Sanierungsgebiete. Als Experte für Baurecht nahm es Thomas Götz dabei stehst genau mit den Details – so konnten sich die Gemeinderäte bei einer Anfrage in der Sitzung auf eine fundierte Antwort auf die aufgeworfenen Fragen verlassen. „Man darf sich nicht verrückt machen lassen“, so Götz. „Ruhig bleiben und dabei fair sein“, das gibt er auch seiner Nachfolgerin Ramona Meyer mit auf den Weg.

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Gebürtig aus Lörrach und auf dem Hotzenwald aufgewachsen, startete Thomas Götz die ersten zwölf Jahre seiner beruflichen Laufbahn beim Säckinger Zollamt. „Die Wechselschichten gingen mir auf Dauer aber an die Substanz. Darum habe ich mir überlegt, etwas Anderes zu machen“, so Götz. Ende der achtziger Jahre ging es dafür an die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung nach Kehl: Hier schloss er im Alter von 33 Jahren sein Studium als Diplomverwaltungswirt ab und wechselte 1991 direkt nach Wehr. Hier habe alles gepasst: eine interessante Stelle, nette Kollegen – Thomas Götz hat zugegriffen und ist geblieben.

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„Damals war Helmut Huber noch Beigeordneter und hatte die Bauleitplanung unter sich“, erinnert sich Götz an den ehemaligen Öflinger Bürgermeister. Seit der Zusammenlegung der beiden Wehratalgemeinden 1972 war Huber nach nur einem Jahr als Bürgermeister ins Wehrer Rathaus gewechselt. Bautechnisch waren die neunziger Jahre bewegte Zeiten, erinnert sich Götz: 1991 wurde mit dem Bau der Umgehungsstraße begonnen, ab 1997 wurde dann die Innenstadt neu gestaltet. „Die Umgehungsstraße sollte eigentlich gar keine Ausfahrt Mitte haben“, so Götz. Da es sich um eine Bundestrasse handelt, war für die Planung und Umsetzung das Regierungspräsidium zuständig. Über die Aufstellung des Bebauungsplans „Bahnhofsareal Wehr“ im Rahmen des Sanierungsgebietes „Bahnhofplatz“ konnte die Stadt hier aber selbst Einfluss nehmen und die zusätzliche Ausfahrt schaffen. „Man kann immer mitdiskutieren und etwas einbringen,“ so Götz über seine Arbeit. 2006 übernahm Götz die Leitung des Bauamts, in seine Amtszeit fallen unter anderem die großen Baugebiete „Große Zelg 1 – 3“ auf der Zelg. „Heute wird aber mehr nachverdichtet. Das macht ökologisch Sinn und der Platz in Wehr ist ja auch begrenzt“, erklärt Götz.

Auch bei der Planung zur Autobahn war das Bauamt immer wieder eingebunden, wie auch in grenzüberschreitende Projekte wie Rheinliebe: hier arbeiten Gemeinden aus Frankreich, Deutschland und der Schweiz zusammen. Zwei große Projekte gibt der scheidende Bauamtsleiter nun an seine Nachfolgerin Ramona Meyer weiter: Das Brennet-Areal und die mögliche Reaktivierung der Wehratalbahn. „Es ist schön, dass sich das Brennet-Areal mit seiner für die städtebauliche Entwicklung der Stadt zentralen Lage so großartig entwickelt. Zusammen mit dem Ärztehaus ist das jetzt ein tolles Ergebnis“, freut sich Götz. Auch die Wehratalbahn würde er gerne wieder fahren sehen: „Als Kind bin ich noch mit dem Zug durch Wehr gefahren, während meiner Ausbildung habe ich noch die letzten Güterzüge zur Ciba miterlebt.“

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Auch privat setzt Götz auf den Zug: „Meine Frau und ich wollen unseren ökologischen Fußabdruck klein halten und reisen darum gerne mit dem Zug: besonders gerne an die Nord- und Ostsee“, verrät der angehende Pensionär. Auch für Wandern, Radtouren und Gartenarbeit wird zukünftig mehr Zeit sein. Über seine Nachfolgerin, eine langjährige Kollegin im Rathaus, freut er sich und erklärt: „Sie übernimmt ein gutes Team mit tollen Kollegen.“