Zum Jahresende findet die Betriebsübergabe von Blumen Maier statt. Das Öflinger Traditionsunternehmen hat im zweiten Anlauf die Zukunft geregelt. Gerda und Bernhard Maier gehen in Rente; Kathrin Laiqi und Bernhard Küpper werden im Oktober heiraten und sind ab 1. Januar 2023 die neuen Inhaber. Der Inhaberwechsel wurde mit ruhiger Hand seit Herbst vergangenen Jahres vorbereitet.

Geschäftsübergabe im zweiten Versuch

„Name und Logo bleiben, jeder Service wird von uns fortgeführt“, erklärt Küpper. Seine künftige Frau Kathrin Laiqi ist bereits seit langem das vertraute Gesicht in der Floristik bei Blumen Maier.

„Kathrin ist ein Eigengewächs und seit 23 Jahren im Betrieb“, sagt Gärtnermeister Bernhard Maier kennt beide Nachfolger seit sie Jugendliche sind. „Meine erste selbstverdiente Mark habe ich hier in meinem ersten Job als Lohn bekommen“, so Küpper, der zunächst seinen Berufsweg in der Industrie gestartet hatte. Als Projektleiter und technischer Fachwirt in einem schweizerischen Konzern reizt Küpper seit längerem schon die Selbstständigkeit.

Ab 1. Januar 2023 sind Kathrin Laiqi und Bernhard Küpper die neuen Eigentümer von Blumen Maier. Die Betriebsübergabe wird sukzessive im ...
Ab 1. Januar 2023 sind Kathrin Laiqi und Bernhard Küpper die neuen Eigentümer von Blumen Maier. Die Betriebsübergabe wird sukzessive im Herbst beginnen. Der Name und das Konzept von Blumen Maier bleibt bestehen. | Bild: Gerd Leutenecker

Über eine externe Expertise wollten Laiqi und Küpper eine fundierte Bestätigung bekommen, ob ihre Kompetenzen für die Betriebsübernahme passend sind. Diese strategische Herangehensweise zur Geschäftsübernahme hat überzeugt. Für eine Neugründung wäre ein passendes Landesförderprogramm zwar da, „nicht aber für eine Geschäftsübernahme“, so Küpper, der früh das Gespräch mit der Bank und dem Gartenbauverband suchte. „Im Ergebnis ist ein spezialisierter Gartenbaucoach mit ins Boot gekommen“, Schulungen und Fortbildungen waren für die kommenden Inhaber schon in ihrer bisherigen beruflichen Laufbahn eine Selbstverständlichkeit, so Küpper.

Der Betrieb hat eine Zukunft. Die Geschäftszahlen von Blumen Maier belegen das stabile Fundament. Sie könnten auch weiter wachsen und sind auf der Suche nach einem weiteren Gärtner und einer versierten Floristin. Auch der Ausbildungsbetrieb wird fortgeführt. Seit 1. August hat eine neue Auszubildende gestartet.

Nach 43 Jahren im eigenen Betrieb haben Gerda und Bernhard Maier eigentlich schon seit fünf Jahren die Rente im Visier. Zuerst hatten sie einen Gartenbaumeister als Nachfolger im Visier, der aber vor zwei Jahren wieder von der Betriebsübernahme abgesprungen ist. „Pech gehabt, der Betrieb war ihm zu groß“, so Bernhrad Maier, der sich erneut mit der Suche nach einer Nachfolge befassen musste.

Gerda und Bernhard Maier übergeben zum Jahresende ihren Betrieb und gehen in Rente.
Gerda und Bernhard Maier übergeben zum Jahresende ihren Betrieb und gehen in Rente. | Bild: Gerd Leutenecker

Da sind 15 Mitarbeiter ans Herz gewachsen. „Und wir haben über 800 Grabbetreuungen, auch das ist jetzt weiterhin gesichert.“ Bernhard Maier hatte in seinem Berufsleben den grundlegenden Wandel in Gärtnereien miterlebt. 1974 den Meister in Heidelberg gemacht, gelernt in einem Gartenbaubetrieb in Schopfheim, die Familientradition sollte schließlich fortgesetzt werden.

Wandel in der Branche

Früher wurden zu tausenden die Weihnachtssterne in Brennet selber gezogen, aber heute werden diese in Agrargroßbetrieben am Niederrhein produziert. „Da ist meine Lieblingspflanze nicht mehr konkurrenzfähig gewesen“, musste der Gärtnermeister mit der Zeit gehen. Die neue überdachte Verkaufsfläche war 2003 ein nötiger Schritt, schilderte Gerda Maier die Änderungen. Der Betriebsschwerpunkt richtete sich verstärkt auf die Floristik und Blumen als Endverkaufsgärtnerei aus.

Mit rund 10.000 Quadratmeter Gewächshausfläche ist weiterhin ein Potential für den Betrieb vorhanden. Aber heute ist nicht mehr die Zeit, auf Gemüseanbau zu setzen, „das hatte schon mein Vater in den 70er Jahren gemerkt“. Seit langem wird nur noch das in Brennet produziert, was direkt in der Region verkauft werden kann.

Die jetzt bekannt gewordene Betriebsübernahme bei Blumen Maier sollte „der Kunde eigentlich gar nicht merken, wir harmonieren“, so die künftigen Inhaber. Bernhard und Gerda Maier bleiben in ihrem Haus am oberen Ende vom Gärtnereigelände wohnen. Ihre weitere Mitarbeit ist von Kathrin Laiqi und Bernhard Küpper sowieso gewünscht.

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