Es war zwar nicht eingeplant gewesen, aber es wird nun doch notwendig: Die Preise für Wasser und Abwasser in Wehr werden im kommenden Jahr erhöht. Dank dem guten wirtschaftlichen Ergebnis des Eigenbetriebs Abwasser könnte zumindest hier die Erhöhung aber nur von kurzer Dauer sein.

„Bis vor wenigen Wochen sind wir noch davon ausgegangen, dass wir die Abwassergebühren nicht erhöhen müssen“, sagte Bürgermeister Michael Thater im Gemeinderat. Denn eigentlich hatte der Eigenbetrieb Abwasser siebenstellige Gebührenüberschüsse angesammelt, die an den Bürger in Form von geringeren Gebühren zurückerstattet werden müssen. Nun habe aber eine Überprüfung ergeben, dass die in den Jahren 2020 und 2021 angefallenen Gebührenüberschüsse in Höhe von rund 600.000 Euro frühestens im Jahr 2024 aufgelöst werden können.

Da aber auch in diesem Bereich mit steigenden Kosten gerechnet werde, müsse der Eigenbetrieb nun die Gebühren leicht erhöhen. Zudem wolle man sich mit der Erhöhung auch absichern, so der Bürgermeister: Alles, was zu viel gezahlt werde, gehe zurück an den Bürger, aber wenn zu wenig Geld da sei, müsse dies die Stadt tragen. Die Kanalgebühr je Kubikmeter steigt damit ab 1. Januar von 0,36 auf 0,38 Euro, die Klärgebühr von 1,57 auf 1,80 Euro und damit die Gesamtschutzwassergebühr von 1,93 auf 2,18 Euro. Die Niederschlagswassergebühr steigt von 0,31 auf 0,28 Euro pro Kubikmeter. Eine Senkung der Gebühr in den kommenden Jahren sei denkbar, lasse sich aber in der aktuellen Situation nicht sicher prognostizieren, so die Stadtverwaltung.

Ebenfalls erhöht werden die Frischwassergebühren. Diese seien zuletzt im Jahr 2011 erhöht worden, so Stadtverwaltung in der Sitzungsvorlage des Gemeinderats. Die aktuelle Energiekrise und die damit verbundene hohe Inflation hätte nun die Kosten für die Wasserversorgung drastisch erhöht. Damit werde eine Gebührenerhöhung zwingend notwendig, um kostendeckend zu arbeiten. Mit der Erhöhung folge man der Empfehlung des Finanz- und Verwaltungsausschusses, so Bürgermeister Michael Thater. So steigt der Wasserzins nun zum 1. Januar um 0,10  Euro auf 2,15 Euro pro Kubikmeter. Aufgrund der positiven Rückmeldungen aus der Bevölkerung und auch aus Kostengründen wird die 2020 eingeführt Wasserablesung durch die Eigentümer weiter fortgesetzt.