„Kommt in Scharen“, ruft Kulturamtsleiter Frank Wölfl mit scherzhaftem Unterton den Bürgern zu, allerdings fügt er seiner Einladung gleich den Hinweis bei: „Aber haltet genügend Abstand.“ Am Sonntag, 29. Mai, veranstaltet das Kulturamt zusammen mit der Servicegemeinschaft Wehr einen Frühlingsmarkt in Verbindung mit einem verkaufsoffenen Sonntag.

„Die Menschen sind froh, dass es wieder Events gibt“, erklärt Wölfl und hofft, dass sich der Erfolg des Frühlingsfestes in Bad Säckingen auf Wehr übertragen lässt. Im Jahre 2020 wurde der Markt abgesagt, im vergangenen Jahr gab es einen Naturparkmarkt ohne verkaufsoffenen Sonntag, aber mit einer strengen Verkehrsregelung, die dafür sorgte, dass die Besucher auf Abstand blieben. Diese Einschränkungen sind inzwischen weggefallen, aber die Stände werden mit ausreichendem Abstand aufgestellt, so dass die Kunden die nach wie vor empfehlenswerte Distanz zueinander einhalten können.

Auf dem Talschulplatz werden insgesamt 22 Stände ihre Waren präsentieren, entlang der Hauptstraße gibt es noch zwölf Marktbetreiber. „Beim verkaufsoffenen Sonntag machen 35 Geschäfte mit“, berichtet Stephan Ruthe, der Vorsitzende der Servicegemeinschaft Wehr. Der Frühlingsmarkt wird spätestens ab 11 Uhr geöffnet sein, bereits ab 7.30 Uhr bauen die Händler ihre Stände auf. Der verkaufsoffene Sonntag beginnt etwas später um 12 Uhr; beide Events dauern bis 17 Uhr. Die Hauptstraße ist im verkehrsberuhigten Bereich für die Dauer des Markts zwischen 7.30 und mindestens bis 18 Uhr für Autos gesperrt.

Beim Frühlingsmarkt werden die Themen Regionalität und Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle spielen, auch wenn „die Vorgaben nicht ganz so streng sind wie bei einem Naturparkmarkt“, so Fatima Zobeidi-Weber vom Kulturamt. Hotzenwälder Spezialitäten und Gegrilltes gibt es von der Landmetzgerei Boll, der Angelsportverein Wehr bietet geräucherte Forellen. Weiter gibt es Wild aus der Region, Obst, Schnäpse und Liköre, Holzofenbrot, Ziegenkäse und –rauchwurst. Auf der Hauptstraße werden Crêpes gebacken, und das Familienzentrum beteiligt sich mit Kaffee und Kuchen. Auch in Wehr gedeiht das traditionelle Handwerk: Neu dabei sind die Sattlermeisterin Patricia Betzler mit selbstgefertigten Handtaschen, Gürteln und Lederbekleidung sowie der Künstler Marek Puk, der Dekovögel, Wetterfahnen und Ölgemälde verkauft. Sarah Straßner bietet Kissen sowie Baby- und Kinderkleidung an, und eine Premiere feiert auch Tina Kaiser mit Taschen aus Leder und Wachstuch. Für Unterhaltung sorgt das Nachwuchsensemble des Vereins Akonima ab 12 Uhr auf dem Platz bei der Volksbank.

Die Stimmung im Handel bessere sich definitiv, berichtet Stephan Ruthe, „aber die Umsätze sind noch nicht auf dem alten Niveau vor Corona angekommen.“ Etwas besorgt sind die Geschäftsleute wegen der Inflation und des Ukraine-Krieges. Gute Nachrichten gibt es für Jobsuchende: Handel und besonders Gastronomie suchen Personal.