„Ohne Corona wäre ich heute nicht hier“, stellte die Geigerin Anna Köpnick fest. Denn

Unterhaltsam: Besonders die schnellen Tänze und die unterhaltsame Moderation von Anna Köpnick kamen gut an.
Unterhaltsam: Besonders die schnellen Tänze und die unterhaltsame Moderation von Anna Köpnick kamen gut an. | Bild: Julia Becker

musste die Künstlerin eine Zwangspause in ihrem Musikstudium einlegen, besuchte in dieser Zeit ihre Familie in Steinen und konnte vom Wehrer Kulturamt für einen Auftritt gewonnen werden.

Erfolgreiche Konzertreihe

Die Klappstuhlkonzertreihe hat sich längst vom vermeintlichen Notbehelf emanzipiert und muss nun nur noch mit zu vielen Kartenanfragen kämpfen. Auch am Freitagabend war der Ludingarten ausverkauft – seine eigene Verpflegung und Sitzgelegenheit mitzubringen erweist sich neben der besonderen Atmosphäre als zusätzlicher Bonus.

Die offene Bühne musste zwar wegen einer kurzfristigen Absage ausfallen, doch man genoss im lockeren Ambiente feine Klänge von Geige und Akkordeon. Sogar ein kleines Tänzchen am Platz war drin, als Anna Köpnick den Abend mit irischen Tänzen, lebhaften Klezmer und lateinamerikanischen Rhythmen eröffnete. Charmant führte die Musikerin durch den Abend und verwob ihre Stücke zu einer humorvollen kleinen Geschichte. Ihre Begleitmusik kam dabei, ebenso wie später bei Christine Schmid, vom Band: In Zeiten von Corona hinsichtlich der Proben durchaus von Vorteil.

Anna Köpnick an der Geige und Christine Schmid am Akkordeon. Bild: Julia Becker
Anna Köpnick an der Geige und Christine Schmid am Akkordeon. | Bild: Julia Becker

Der Übergang zum zweiten Teil des Abends gelang fließend mit einem gemeinsamen Auftritt von Köpnick und der Chansonette Christine Schmid. An Geige und Akkordeon spielten die gut aufgelegten Musikerinnen zusammen vier Stücke von irischer Volksweise bis zum Tango.

Die zahlreichen Fans waren von Anfang an hingerissen – und konnte bei Edith Piafs „Milord“ kaum die Füße stillhalten. Von Swing bis Operette zeigte Schmid ihr musikalisches Können. Mitsingen und Mitsummen war erwünscht – beim Badnerlied musste allerdings der aus dem Schwäbischen stammende Kulturamtsleiter mithelfen. Als Zugabe gab es Lili Marleen mit einer persönlichen Anekdote. Das Publikum hätte wohl noch einen längeren Abend gewünscht. Der nächste Auftritt ist bereits gebucht: am 18. April 2021 spielt Schmid im Storchehus.

Das nächste Klappstuhlkonzert am Freitag, 28. August, ist bereits ausverkauft. Es spielen die Wiesentäler Knaschtbrüder.

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