Mit geplanten Investitionen von knapp zehn Millionen Euro geht der Entwurf des städtischen Haushaltsplans in die finale Beratung des Gemeinderats. Jeweils drei Millionen Euro sind für das kommunale Ärztehaus und die Sanierung der Seebodenhalle vorgesehen, 1,45 Millionen Euro stehen für die aus Brandschutzgründen notwendige Sanierung des Kindergarten St. Josef bereit. Eine Million Euro fließen nochmals in das Wehrer Brennet-Areal und für die Feuerwehr sollen gleich zwei neue Fahrzeuge für insgesamt 540.000 Euro angeschafft werden: Kalkuliert werden auch Mehrkosten von 300.000 Euro bei der Sanierung des Stauwehrs an der Wehra.

In einer fünfstündigen Arbeitssitzung zurrte der Verwaltungs- und Finanzausschuss des Gemeinderats das Zahlenwerk fest, das im Dezember noch die Zustimmung des Gemeinderats braucht. „Selten war es so schwierig einen Haushaltsplan zu erstellen“, fasste Bürgermeister Michael Thater die Vorarbeiten zusammen.

Unsicherheit bei Steuereinnahmen

Neben der großen Unsicherheit künftiger Steuereinnahmen stehe auch hinter den Energiekosten noch ein großes Fragezeichen. Sowohl die Stadt als auch Bürgerstiftung und sämtliche Eigenbetriebe gehen für 2023 im Ergebnis von einem Minus aus. Mit einem Darlehen in Höhe von zwei Millionen Euro und einen Griff in die „liquiden Mittel“, die sich früher Rücklagen nannten (6,9 Millionen Euro), soll die Finanzplanung des städtischen Haushaltsplans ausgewogen gehalten werden.

Trotz der unsicheren Aussichten sieht Thater in den überdurchschnittlich hohen Investitionen den richtigen Weg: „Das Geld wird ja nicht verblasen, wir investieren nachhaltig in die städtische Infrastruktur“, betonte er.

Die größten Projekte

  • Ärztehaus: Die Baukosten für das kommunale Ärztehaus auf dem Brennet-Areal betragen laut aktueller Kalkulation rund 7,6 Millionen Euro. 3,5 Millionen Euro wurden bereits 2020 und 2021 zur Verfügung gestellt, nun folgt die nächste Rate in Höhe von drei Millionen Euro. Für 2024 ist bereits eine Verpflichtung zur Finanzierung von 1,35 Millionen Euro festgeschrieben.
  • Sporthalle Seeboden: Schon mehrfach stand die Sanierung des Sporthallendachs im Haushalt, konnte aber mangels Fördermitteln aber nicht realisiert werden. Nun soll die gesamte Halle energetisch saniert werden – für drei Millionen Euro. Die Stadt rechnet dafür mit einem Zuschuss von 1,35 Millionen Euro aus Bundesmitteln für den Sporthallenbau. Kommt diese Förderung nicht, wird die gesamte Maßnahme erneut verschoben.
40 Jahre ist die Wehrer Seebodenhalle alt – nun steht eine energetische Sanierung des Gebäudes an.
40 Jahre ist die Wehrer Seebodenhalle alt – nun steht eine energetische Sanierung des Gebäudes an. | Bild: Obermeyer, Justus
  • Kindergarten St. Josef: Wegen „erheblichen Defizite an den brandschutztechnischen Einrichtungen“ (Zitat Landratsamt), stehen dringende Sanierungsmaßnahmen im Wehrer Kindergarten St. Josef an. Die Stadt hat sich deshalb entschieden, den fünfgruppigen Kindergarten übergangsweise zu verlegen und das Gebäude zu sanieren. Dafür plant die Stadt Mittel in Höhe von 1,45 Millionen ein.
  • Feuerwehr: Das in die Jahre gekommene Tanklöschfahrzeug soll für 480.000 Euro ersetzt werden, knapp 100.000 Euro davon werden vom Land bezuschusst. Außerdem erhält der hauptamtliche Feuerwehrkommandant ein eigenes Fahrzeug für 59.000 Euro.
  • Stauwehr: „Eine höchst unerfreuliche Baustelle“, nannte Bürgermeister Thater die Erneuerung des Stauwehrs im nördlichen Wehra-Areal, die nun 300.000 Euro teurer werde. Immerhin werden rund 90 Prozent davon vom Land getragen. Ärgerlich sei, dass aufgrund des Gewässerschutzes nun der Hang unterhalb des Kunstrasenplatzes gesichert werden muss. Geschätzte Kosten: 300.000 Euro.

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