Auf großes Interesse stieß am Montagnachmittag der Bildvortrag „Streifzüge durch das alte Öflingen“ mit Reinhard Valenta im Öflinger Spritzenhüsli. Der ehemalige Kulturamtsleiter zeigte historische Fotos der beiden Öflinger Hobby-Fotografen Alfons Keser und Albert Hildebrand aus der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts. Etwa 100 historische und ausdrucksstarke Fotografien aus dem Archiv der beiden Fotografen, hatte Valenta ausgewählt und zu seinem Vortrag aufbereitet.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch Öflinger Familien hätten ihre alten Fotoalben geöffnet, erklärte Valenta eingangs, welche eine faszinierende Retrospektive in das frühere Leben und Arbeiten im Dorf aufzeigten. Die ausdrucksstarken Fotos boten zudem einen starken Einblick in das frühere Ortsbild, das sich, mit der Entwicklung der Mechanischen Buntweberei Brennt (MBB) und der Firma Weck, von einem Bauerndorf zu einem Industriestandort entwickelt hat.

Während Alfons Keser schon vor dem Zweiten Weltkrieg fleißig fotografierte, kam Albert Hildebrand nach 1945 nach Öflingen und heiratete in die Malzacher-Familie ein. Hildebrand hätte profihaft fotografierte und verdiente sich so nebenbei etwas dazu, erklärte Valenta.

Das könnte Sie auch interessieren

Die nostalgischen Fotos von Alfons Keser zeigen besonders das bescheidene und karge Leben, das nicht nur arbeitsreich sondern auch entbehrungsreich war, auch das der Familie Keser. Die betrieb natürlich auch Landwirtschaft und Keser dokumentierte nicht nur seinen Arbeitsplatz sondern auch das harte bäuerliche Familienleben, wie beispielsweise die Heu- und Kartoffelernte, die heute so längst nicht mehr praktiziert werden. Ebenso die einst traditionelle „Haus-Metzgete“, von der sich auch große Familien oft monatelang mitversorgen konnten.

Das könnte Sie auch interessieren

Auch das Bauernhaus der Familie Keser, das 1937 völlig niederbrannte und wie es wieder neu aufgebaut wurde, hat der Öflinger festgehalten. Die Fotografien von Keser und Hildebrand verdeutlichen auch, wie das Dorf nach dem Zweiten Weltkrieg wieder auflebte. Zum Beispiel mit der Glockenweihe 1950, nachdem die einstigen Glocken für Kriegszwecke eingeschmolzen worden waren, wie Valenta erklärte. Besonders das Wiederaufleben der Öflinger Fasnacht und die Aufnahme der Fußballspiele der Spielvereinigung Brennet, hätten auch zur Bewältigung der traumatischen Kriegserlebnisse beigetragen. Spektakulär die Fotos von Albert Hildebrand vom Säckinger Eggbergrennen, wo bekannte deutsche Rennfahrer zu sehen sind.

Eindrucksvolle Dokumentationen

Alte Fotos von Öflingen zeigen noch gänzlich unbebaute Gebiete, die heute völlig zugebaut Wohn- und Lebensraum bieten. Eindrucksvoll dokumentiert hat Alfons Keser auch italienische Gastarbeiter, die am Wiederaufbau der Bundesrepublik einen sehr großen Anteil hatten und schnell als Mitbürger integriert wurden. Die historische Zeitreise, die Valenta mit seinem eindrucksvollen Vortrag und seinen spannenden Erzählungen über die beiden Öflinger Fotografen und das Dorfleben bot, zeigte viel Erinnerungswertes auf.