Einstimmig hat der Wehrer Gemeinderat der für kommendes Jahr von der Schluchseewerk AG geplanten Generalsanierung des Wehrabeckens zugestimmt. Im Rahmen des Genehmigungsverfahrens nennt die Stadt allerdings neun Bedingungen, die aus ihrer Sicht erfüllt sein sollten. Ein Großteil kann schon jetzt vom Schluchseewerk zugesagt werden.

Dass rund 50 Jahre nach dem Bau das Unterbecken des Kavernenkraftwerks saniert werden muss, ist aus Sicht von Schuchseewerk-Pressesprecher Peter Steinbeck „dringend erforderlich und absolut notwendig.“ Dass das Projekt, das eine mehrmonatige Großbaustelle zur Folge haben wird, auch Folgen für die Stadt Wehr haben wird, ist absehbar. Wie in der Vergangenheit wolle man anstehende Probleme aber partnerschaftlich lösen, so Steinbeck.

Nicht nur der Angelsportverein Wehr fürchtet, dass ein Großteil der im Laufe der Jahrzehnte angesiedelten Fische die Sanierungsmaßnahme nicht überleben wird. „Wir unterstützen die Zielsetzung des Angelsportvereins“, sagte beispielsweise SPD-Fraktionssprecherin Karin Gallmann. Der Fischbestand solle größtenteils in Ausweichgewässern untergebracht werden, um dann hinterher wieder ins Wehrabecken umzuziehen. Schluchseewerk-Projektleiter Benjamin Strieberg sagte zwar zu eine verträgliche Lösung finden zu wollen, sieht die Verantwortung hierfür aber nicht beim Unternehmen, sondern beim amtlichen Fischereiaufseher des Regierungspräsidiums Freiburg.

Bei einer ersten Testfischaktion wurden in der vergangenen Woche Stellnetze aufgestellt, um den Fischbestand abschätzen zu können. Die Fische konnte der Angelsportverein verwerten. Bild: Julia Becker
Bei einer ersten Testfischaktion wurden in der vergangenen Woche Stellnetze aufgestellt, um den Fischbestand abschätzen zu können. Die Fische konnte der Angelsportverein verwerten. Bild: Julia Becker | Bild: Julia Becker

Helmut Steinebrunner (CDU) sieht eine zusätzliche Gefahr für die Fische, wenn im Frühjahr Schmelzwasser Sedimente in die Wehra spülen sollten. Bei der Sanierung des Hornbergbeckens vor einigen Jahren sei genau dies passiert, warnte Steinebrunner. Daraus habe man gelernt, so die Vertreter des Schluchseewerk AG. An der Hochwassersituation werde sich allerdings durch die Baustelle nichts ändern, so Strieberg.

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Entgegen der ursprünglichen Planung werden die rund 41000 Kubikmeter Sedimente aus dem Becken nach der Sanierungsmaßnahme nicht mehr zurück ins Becken gebracht werden. „Dies wird von Behördenseite nicht favorisiert“, so Strieberg. Für die Stadt wehr bedeutet dies mehr Lastwagenverkehr auf der Todtmooser und Schopfheimer Straße, da die Sedimente zur Entsorgung abtransportiert werden müpssen. Allerdings will das Schluchseewerk die Transporte auf fünf Jahre verteilen, so dass rechnerisch nur zwei zusätzliche Lastwagen-Fahrten notwendig sind. Während der Sanierungsphase von März bis Oktober sind es nach Angaben des Schluchseewerks fünf Lastwagen täglich, die Wehr durchqueren müssen – insgesamt etwa 1000 Fahrten.

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Als Ersatz für gesperrte Wanderwege sagte das Schluchseewerk die Einrichtung einer Informationsplattform auf einem Aussichtspunkt zu, von wo aus die Baustelle betrachtet werden kann. Auch bei anderen Forderungen der Stadt zeigte sich das Schluchseewerk entgegenkommend: So sollen nur lärmarme Baumaschinen eingesetzt werden und insektenfreundliche Baustellenbeleuchtung verwendet werden.

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