Im Radball ist Öflingen eine national bekannte Kaderschmiede. Seit Jahren kommen die Teams vom RSV „Wehra“ Öflingen 1902 gar bis hin zu Weltmeisterschaften. Erfolge der Nachwuchsduos sind das eine, die Arbeit des Vereins eine ganz andere. Jetzt stellte sich eine komplett neue Vorstandsriege zur Wahl durch die Mitglieder. Bei der Mitgliederversammlung am Freitagabend kam Julian Urich glatt durch zum Vorsitzenden.

Daniela und Ditmar Klausmann hatten frühzeitig ihren Rückzug aus der Vorstandschaft angekündigt. Nach 15 Jahren aktiver Vorstandschaftsarbeit war für beide der Zeitpunkt gekommen, mit einem guten Schlusspunkt die Verantwortung weiterzureichen. Die bisherige Kassiererin und der erste Vorsitzende vom RSV wollten Platz machen. Und die nahtlose Übergabe ging reibungslos über die Bühne. Neben Urich kamen die Mütter der Nachwuchscracks zum Zuge. Barbara Huber geht in die Pflicht zur stellvertretenden Vorsitzenden, Martina Hinnenberger ist zur neuen Kassiererin gewählt worden, Birgit Müller übernimmt das Amt der Schriftführerin und Anita Schumann rückt als Beisitzerin in das Entscheidungsgremium vom RSV.

Die Urgesteine des Vereins mit Heinz Bocklitz und Gerhard Urich machen als Kassenprüfer weiter. Mit Mike Kranz, Stefan Schubach und die Stupfelbrüder Samuel und Jonathan ist die Trainerriege der Jugend gut aufgestellt. Den Trainerschein hat ebenso der Vorsitzende Urich. Gleiches bei der Schiedsrichtermannschaft im Verein. Auch da ist früh auf einen breiten Stab gesetzt worden, die die nötige Qualifikation und Lizenzen gemacht hatten. Wenn da nicht die aktuelle Durststrecke beim ganz jungen Nachwuchs wäre. Leider ein Phänomen in vielen Randsportarten.

Sehr früh und recht fortschrittlich hatten die einstigen Verantwortlichen bei den Radballern sich um Spielgemeinschaften gekümmert. Mit Wallbach und Wehr funktioniert das System – da liegt das Augenmerk bei allen auf Qualität. Zumal der Teamsport ganz stark von direkten Partien seinen Reiz gewinnt. „Nur noch zwölf Jugendliche kommen aus unseren Reihen, das beunruhigt mich“, musste Ditmar Klausmann in seinem Rechenschaftsbericht für die letzten eineinhalb Jahre festhalten. Sicherlich kein Vergleich mit den umliegenden Radballvereinen, aber die anhaltende Spitzenposition der Öflinger lebt auch von der Masse im Nachwuchs. Wettbewerb und Ehrgeiz werden verinnerlicht, das Teamgefühl stellt sich von alleine ein. Sportlich hat es in der abgebrochenen laufenden Saison für Marc Huber und Moritz Schubach noch zum baden-württembergischen Meister gereicht, die Deutsche und Europäische Meisterschaftsrunde sind jeweils abgebrochen worden. Für Frederik Kranz, Quentin Schumann, Elias Engel und Felix Hinnenberger war in diesem Jahr der Abbruch bitter.

Rund 4500 Euro sind für Material und Trikots ausgegeben worden. In einem Jahr ohne Radbörse ein finanzieller Kraftakt für den Verein. Dafür steht der Förderverein der Radballer dem Hauptverein beiseite. Auch da ist ein reibungsloser Wechsel bei den Verantwortlichen vollzogen worden. Barbara Huber und Martina Hinnenberger gehen dort ebenso in die Pflicht.