Der Wehrer Gewerbekanal könnte nach mehreren hundert Jahren schon bald ausgedient haben. Wie das Landratsamt Waldshut mitteilt, plant die Jenisch Grundstücksverwaltungs GmbH im Bereich des bestehenden Stauwehrs in der Wehra ein neues Flusskraftwerks zu erstellen. Damit wären die bisher durch den Gewerbekanal gespeisten Wasserkraftanlagen der Brennet und der Papierfabrik obsolet – genauso wie der Gewerbekanal an sich, der sich etwa 1300 Meter vom nördlichen Ende des Wehra-Areals bis zum Ludingarten hinzieht. Die alten Wasserrechte wurden in den vergangenen Jahren nur noch von der Papierfabrik und der Brennet genutzt.

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Damit wird nun tatsächlich ein Projekt realisiert, das Brennet-Chef Stephan Denk vor knapp einem Jahr im Gespräch mit dem SÜDKURIER skizziert hat. Denk schlug vor, den Betrieb des Gewerbekanals völlig einzustellen. Denn der Unterhalt des alten Kanals verursacht Kosten. Als Ersatz für die bisherigen vier Turbinen – drei werden von der Papierfabrik, eine von der Brennet betrieben – soll ein neues Kleinwasserkraftwerk am Einlauf des Gewerbekanals (am nördlichen Ende des Wehra-Areals) entstehen. Das dortige Wehr müsste ohnehin erneuert werden, auch ein vom Landratsamt gefordertes Fischaufstiegsgewässer soll hier realisiert werden, so Denk damals.

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Stauwehr muss erneuert werden

Tatsächlich verlangt die EU-Wasserrahmenrichtline für die Wehra verschiedene Maßnahmen. Neben dem Fischaufstiegsgewässer müsse künftig eine Mindestwassermenge für die Wehra garantiert werden. Vor allem geht es aber um das Stauwehr in Höhe des Kunstrasenplatzes, das unbedingt erneuert werden muss. Hier stehen hohe Kosten an. Wie Bürgermeister Michael Thater im Bau- und Umweltausschuss andeutete, werde die Stadt die Sanierungsmaßnahme finanzieren, da sie zu einem Großteil aus öffentlichen Fördermitteln bestritten werden kann. Gleichwohl sind es natürlich Steuermittel, mit denen die bisherigen Nutzer des Gewerbekanals entlastet werden. Die Stadt selbst könnte im Gegenzug freiwerdende Grundstücke im südlichen Bereich des Gewerbekanals nutzen. Brennet-Chef Stephan Denk sagte deshalb im vergangenen Jahr: „Letztlich würden alle profitieren.“

Mit dem neuen Flusskraftwerk in Höhe des Stauwehrs soll die Wehra in Höhe des alten Stauwehrs um rund einen Meter aufgestaut werden, um das nötige Gefälle für die Energieerzeugung zu erreichen. Neben dem Fischauftstiegsgewässer soll auch ein Betriebsgebäude erstellt werden.

Mit der Bekanntmachung durch das Landratsamt beginnt am kommenden Montag, 20. Juli, die Offenlage der Pläne und damit auch das offizielle Genehmigungsverfahren. Die Unterlagen werden bis 19. August auf der Homepage des Landratsamts veröffentlicht und liegen im Wehrer Rathaus aus. Einwendungen gegen das Vorhaben sind bis 2. September möglich.

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