Es ist eine Nachricht, die wohl viele evangelische Gemeindeglieder in Wehr und Öflingen schmerzen wird: Am Sonntag teilte Pfarrer Martin Rathgeber im Gottesdienst in der Friedenskirche der Gemeinde mit, dass er zum 1. Februar 2021 eine neue Aufgabe übernehmen wird.

Er führte dazu aus: „Liebe Gemeindeglieder in Wehr und Öflingen, ich möchte Sie darüber informieren, dass ich zum 1. Februar 2021 als Pfarrer zur evangelischen Kirchengemeinde Murg-Rickenbach-Herrischried wechseln werde, für die ich seit 2018 bereits die Vakanzvertretung habe.“

Da Pfarrerin Sonja Schelb nach eineinhalb Jahren Murg vorzeitig verlassen hatte, habe der Evangelische Oberkirchenrat in Karlsruhe nun den Vorschlag gemacht, die vakante Stelle in Murg mit Rathgeber zu besetzen, informierte der Pfarrer. Das Verfahren im Evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe sei in dieser Woche erst mit einem definitiven Beschluss abgeschlossen worden, heißt es dazu in einer Mitteilung des Pfarramts.

Gründe für den Wechsel

Die Gründe für seinen Wechsel nannte Rathgeber selbst „vielfältig“. „Zum einen ist mir der weite Anfahrtsweg nach Waldshut ins Klinikum, wo ich eine halbe Stelle in der Klinikseelsorge inne habe, ein Dorn im Auge (ursprünglich sollte ich ja im Säckinger Spital eingesetzt werden, was ich auch bis Dezember 2017 war), zum anderen braucht es für Murg nun einfach eine mittel- bis längerfristige Perspektive.“

Das Hin und Her zwischen Wehr, Klinikum Hochrhein in Waldshut und Murg habe er als „wenig befriedigend empfunden, weil man da immer ein wenig zwischen den Stühlen sitzt und sich nirgends so richtig auf eine Sache konzentrieren kann.“ Außerdem sei er nun seit dem 1. September 2020 schon elf Jahre in Wehr, eine Zeitspanne, in der ein Wechsel normalerweise routinemäßig erfolgen sollte oder könne, so Rathgeber, der erklärte: „Deswegen ist ein Wechsel für mich jetzt richtig. Ich habe in Murg erfahren, dass die Zusammenarbeit gut klappt, dass auch dort ein Pfarrer gebraucht wird. Es ist also ein Entscheid für einen Wechsel, ein Entscheid für Murg, auch wenn es mir in Wehr und Öflingen immer gut gefallen hat.“

Veränderungen stehen an

Damit Pfarrer Peter Hasenbrink, der seit Ende 2015 mit vollem Deputat geschäftsführender Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Wehr und Öflingen ist, nun alleine gut zurecht komme, gelte es, sorgfältig für die Zukunft zu planen im Hinblick auf das, was weiterhin bestehen bleiben solle und was eventuell auch gestrichen werden könne. „Ich wünsche mir, dass wir tragfähige Lösungen für die zukünftige Gemeindearbeit finden“, schloss Pfarrer Rathgeber.

Pfarrer Rathgeber ist in der Gemeinde in Wehr beliebt und sehr geschätzt, sein Weggang wird ausdrücklich bedauert. Auch wenn es Verständnis für seine Beweggründe gibt, so hätte man es lieber gesehen, wenn er weiterhin in Wehr tätig bliebe. Hinsichtlich eines Termins und den Ablauf der Verabschiedung konnte die evangelische Kirchengemeinde noch keine Angaben machen. Dies müsse zunächst noch besprochen werden.

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