Welche Gebühren werden erlassen – welche nicht?

Eltern müssen keine Kindergartengebühren für die Monate April und Mai 2020 bezahlen: Das Votum des Gemeinderats am vergangenen Dienstag fiel einstimmig aus. Denn die Kinderbetreuungseinrichtungen der Stadt sind – mit Ausnahme der Notbetreuung – geschlossen. Der Gebührenerlass gilt für Eltern von Kindergarten- und Hortkindern, die nicht in der Notbetreuung angemeldet sind. Für die Nutzung der Notbetreuung fallen allerdings Gebühren in Höhe der bestehenden Satzung an, diese sollen allerdings nicht in voller Höhe, sondern auf den Tag genau abgerechnet werden, wie Bürgermeister Thater erläuterte.

Stadt erhält als Ausgleich Geld vom Land

Um die Einnahmenausfälle bei den Gebühren für die Kinderbetreuung abfedern zu können, hat die Stadt Landesmittel aus dem „Hilfsnetz für Familien und kommunale Einrichtungen“ als Soforthilfe erhalten: 84.000 Euro aus der ersten, 94.000 Euro aus der zweiten Auszahlungsrunde, wie Rechnungsamtsleiter Götz bestätigte. dass diese Zahlungen allerdings ausreichen, die ausgefallenen Einnahmen tatsächlich in vollem Umfang auszugleichen, sei laut Bürgermeister Michael Thater abernicht zu erwarten, da die pauschale Landeshilfe auch als Ausgleich für Mindereinnahmen beispielsweise der Volkshochschule, Musikschule und weiteren Einrichtungen vorgesehen ist.

Perspektiven für die Betreuung

Doch wie geht es mit der Kinderbetreuung in der Stadt Wehr weiter? Hierzu erklärte Hauptamtsleiterin Yasemin Krause, dass es in Wehr – wo alle Kindergärten und -krippen in kommunaler Trägerschaft sind – zunächst bei der erweiterten Notbetreuung bleiben wird. Allerdings gebe es seit vergangenem Dienstag ein Konzept, das Angebot der Betreuung weiter auszuweiten: So soll Kindern mit besonderem Förderbedarf ab kommender Woche der Besuch der Einrichtungen wieder ermöglicht werden, ebenso wie Kindergartenkindern, die in diesem Jahr eingeschult werden.

Die Stadt will in diesen Tagen mit Eltern Kontakt aufnehmen und die Nachfrage nach Plätzen prüfen. Stehe dies fest, könnten, je nach Kapazitäten, schrittweise weitere Ausweitungen folgen. Seit 13. Mai sind rund 150 städtische Angestellte, darunter viele Beschäftigte aus Kindergärten, Kita und Hort, in Kurzarbeit. Stand Dienstag, 19. Mai, werden insgesamt 130 Kinder in der Notbetreuung untergebracht, davon 77 in den Kindergärten und 38 in den Schulen.