Wehr - Von hier, für hier. Das ist die Philosophie des neuen Wehratal Butcher in der Todtmooser Straße 1 in Wehr. Qualitativ hochwertige Lebensmittel, Mittagstisch und geplant ist auch ein Partyservice. Das alles und noch viel mehr, erwartet den Kunden, wenn Thorsten Griener mit seiner Frau Sandra und einem achtköpfigen Team am morgigen Samstag, 4. Dezember, zum ersten Mal die Türen zu seiner neuen Metzgerei „Wehratal Butcher“ öffnet. Und dann gibt es auch in Wehr nach zweijähriger Abstinenz endlich wieder eine Metzgerei.

Der Metzgermeister hat von der Idee bis zur Umsetzung und Eröffnung nichts dem Zufall überlassen. Frisch soll es sein und regional. Darum kauft Griener die Rinder ausschließlich aus der Region und zwar lediglich in einem Umkreis von 50 Kilometern. Geschlachtet wird bei ihm allerdings nicht. Aber auch da hat er auf kurze Wege geachtet. „Ich lasse in Waldshut schlachten“, sagt er. Die Schlachtkörper verarbeitet er komplett selbst. Und so dürfen sich die Kunden auf eine große Auswahl an erlesenen Wurst-, Räucher- und Fleischspezialitäten freuen.

Das besondere Steckenpferd von Thorsten Griener ist das Fleischreifeverfahren „Dry, Aqua, Asche, Aging oder Butter“. Mit dieser besonderen Spezialität dürften nicht nur anspruchsvolle Fleischfreunde, sondern auch Steakneulinge begeistert sein. Die Reife wird erreicht, in dem das Fleisch an einem Haken in einem speziellen Reifeschrank aufgehängt wird, wo es quasi unter den Augen der Kunden zu einem wahren Hochgenuss heranreift. In seinem Reifeprozess bildet sich Milchsäure im Muskelfleisch und das sorgt dafür, dass das Fleisch zart wird und einen ganz besonderen Geschmack entwickelt. Neben dem Einkauf selbst, bittet das Ehepaar Griener auch zum Mittagstisch. Die täglich wechselnden Menüs werden in der hauseigenen Küche frisch zubereitet und so ist es garantiert, dass die Mittagspause gesund und ausgewogen sein wird. Selbstverständlich werden auch da ausschließlich Produkte aus der Region verarbeitet.

Doch allein mit diesem Angebot möchte es der frischgebackene Metzgermeister nicht belassen. „Wir planen auf jeden Fall einen Partyservice“, erklärt er. Schließlich sei eine geeignete Küche vorhanden. Allerdings wird dieser Bereich noch ein wenig hinten anstehen müssen. „Wir konzentrieren uns zunächst auf unser Kerngeschäft“, sagt er. Und wenn das läuft, dann werden auch bald die Wehrer Feste mit Menüs aus dem Wehratal Butcher bestückt sein. Denn Griener plant in Zusammenarbeit mit einem örtlichen Wein- und Getränkehandel, dass der Kunde alles aus einer Hand bekommt. Equipment wie Tische, Bänke, Kühlschrank und Co natürlich inbegriffen.

Zu einem hochwertigen Fleischgenuss darf auch der passende Wein nicht fehlen. Und so erhalten die Kunden den guten Tropfen gleich mit im Geschäft. „Es wird hin und wieder eine Wein Sommelier bei uns zu Gast sein, die unsere Kunden berät“, so Griener weiter. Und wer sich auch gleich vom Können des Wehratal Butcher überzeugen möchte, der erhält nach seinem Einkauf am Eröffnungssamstag eine gegrillte Wurst gratis mit auf den Heimweg.

Metzger aus Leidenschaft

Wehr – Thorsten Griener ist ein Metzger aus Leidenschaft. Er hat den Beruf bereits von Grund auf gelernt, sich dann aber zunächst für einen anderen Beruf entschieden. Den erlernten Beruf führte Griener nur noch in seiner Freizeit auf dem Hof seines Bruders aus.

Bereits 2019 machte sich Griener die ersten Gedanken über eine Selbstständigkeit. „Fast drei Monaten haben meine Frau und ich jeden Tag darüber gesprochen“, erzählt er. Denn das seine Frau bei seinem Vorhaben mitzieht, war ihm ganz wichtig. Denn: „Ohne Familie geht es nicht“. Seine Frau war es schließlich, die die Entscheidung für die Metzgerei gefällt hat. Danach ging es zunächst schnell. Die Geschäftsräume in der Todtmooser Straße 1 standen bereits sein rund 20 Jahren leer. Die Familie Griener hat sich die knapp 400 Quadratmeter großen Räume angesehen und für gut befunden. Griener selbst ließ sich als Meister ausbilden und absolvierte eine Weiterbildung zum Fleisch-, Schinken- und Wurstsommelier. Auch eine Ausbildung zum Cortador hat er angehängt und hat sich als einer der ersten Metzger in Deutschland besondere Fachkenntnisse über Schinkenspezialitäten aus aller Welt angeeignet.

Gleichzeitig bildete sich auch Sandra Griener weiter. Sie lernte alles über die Hygiene und die Abläufe im Laden der neuen Metzgerei. Gerade die Weiterbildung hält das Ehepaar für sehr wichtig. „Wir werden auch unsere Mitarbeiter in regelmäßigen Abständen schulen“, so Thorsten Griener.

Und dann startete der Umbau. Bereits im Mai des Jahres starteten die Arbeiten, die wegen Corona immer wieder unterbrochen wurden oder sich verzögerten. Immer wieder musste der Eröffnungstermin nach hinten verschoben werden. Doch jetzt ist es geschafft: Pünktlich um 7 Uhr am morgigen Samstag öffnet der Wehratal Butcher seine Türen. Die Kunden werden nicht nur von ihm und seiner Frau Sandra begrüßt, auch ein achtköpfiges Team steht bereit.