Die Stadtchroniken von Wehr und Öflingen sollen durch den ehemaligen Kulturamtsleiter und Historiker Reinhard Valenta fortgesetzt werden. Hierfür sind in den kommenden drei Jahren insgesamt bis zu 16500 Euro im Haushalt eingeplant worden. „Die Chroniken von Wehr und Öflingen sind seit viele Jahrzehnten Standardwerke der Geschichtsschreibung am Hochrhein und weit darüber hinaus“, so Bürgermeister Michael Thater am Dienstag Abend im Gemeinderat. Verfasst wurden die Chroniken vom Heimatforscher Fridolin Jehle. Der studierte Historiker und ehemalige Bürgermeister von Bad Säckingen verstarb 1976. Die Öflinger Ausgabe erschien 1984, die Wehrer Ausgabe stammt noch aus dem Jahr 1969. Die Öflinger Chronik wurde von Wolfgang Klein fertig gestellt. Der aus Ostpreußen stammende Historiker wurde 2019 mit 97 Jahren Schwörstädter Ehrenbürger und dokumentiere unter anderem die Gebäude im Ort.

In beiden Bänden ende die geschichtliche Aufarbeitung mit dem 19. Jahrhundert, das 20. Jahrhundert werde nur noch rudimentär angerissen, stellte Thater fest. Darum soll die Fortsetzung nun ab 1900 beginnen und auch die Zeit des Nationalsozialismus im Wehratal genauer betrachten. Bereits während seiner Zeit als Kulturamtsleiter habe man mit Reinhard Valenta über die Stadtchroniken gesprochen, so Thater. Nun habe dieser im Ruhestand die nötigen Zeitressourcen, sich dieses Projekts anzunehmen.

Vom Gemeinderat gab es breite Zustimmung für das Vorhaben: „Wenn nicht er, wer dann?“, so Martina Meyer (FW). „Wir schätzen Herrn Valenta sehr und können uns keinen Besseren vorstellen“, so auch Karin Gallmann (SPD). „Unsere Nachkommen werden froh sein“, ergänzt Stefan Tussing (CDU). Für die Vergütung des Autor wurden einstimmig 15.000 Euro eingeplant – ein üblicher Betrag für ein solches Werk, so die Stadtverwaltung. Für eventuelle Spesen wurden nochmals 1500 Euro bereit gestellt. Nach Erstellung eines Vertrags soll zeitnah mit dem Werk begonnen werden. Schließlich seien aktuell noch einige Zeitzeugen verfügbar, so die Stadtverwaltung.

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