Im neuen Jahresheft der Buchreihe „Vom Jura zum Schwarzwald“ der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde ist auch Wehr mit zwei historischen Beiträgen vertreten. Die beiden Autoren, der einstige Wehrer Kulturamtsleiter Reinhard Valenta sowie der Archäologe und Burgenforscher Heiko Wagner aus Kirchzarten bei Freiburg, referierten zu ihren Beiträgen am Donnerstagabend in der Buchhandlung Volk. In seinem Referat „Schweizer Textiler am Hochrhein“ befasste sich Reinhard Valenta mit der Industrialisierung des Wehratals durch den Textilfabrikanten Friedrich Herose aus dem Schweizerischen Aarau. Zudem hätten weitere Schweizer Textilunternehmer Betriebe am Hochrhein gegründet, um den deutschen Markt zu bedienen. Valenta schilderte aber insbesondere ausführlich die Gründung der früheren Wehrer Kattundruckerei „Herose“ von 1835 bis 1839.

Anhand von Einträgen in den Wehrer und Öflinger Kirchenbüchern erwähnte Valenta zudem, dass anfänglich, bis etwa 1870, nur Schweizer Fachkräfte in der „Herose“ beschäftigt waren, da es im Wehr noch keine Färber und Textildrucker gegeben habe. Die zu druckenden Baumwollstoffe hätte Herose anfänglich aus Handwebereien der näheren Umgebung bezogen und später, nach dem von ihm geforderten Ausbau der Straße Wehr-Schopfheim, von schon bestehenden Maschinenwebereien aus dem Wiesental.

Der Archäologe Heiko Wagner stellte in seinem Referat „Burgen am Hochrhein“ neue Erkenntnisse über die sagenumwobene Burg Wildenstein auf schwierig zugänglichem Gelände hoch oben in der Wehraschlucht vor. Bei örtlichen Begehungen hätte er bei der vermutlich einstigen Burgstätte mehrere Oberflächenfunde (unter anderem Keramikscherben) gemacht, welche Aufschluss geben würden über das Alter der Burg. Die „bisher eher „legendäre Burg“ war somit seiner Meinung nach im zwölften Jahrhundert wirklich vorhanden.

Soweit möglich, ging der Archäologe auch auf die Geschichte der „Herren Wildenstein“ ein, die gegen Ende des zwölften Jahrhunderts ausgestorben seien – sie werden jedenfalls später nirgendwo mehr erwähnt. Wagner skizzierte in seinem Vortrag, wie auch im Buch, weitere Burgen in der Region, wie die von Rötteln bei Lörrach, Tiefenstein bei Albbruck und andere mehr oder weniger bekannte Burgen. Das neue Jahresheft der Buchreihe „Vom Jura zum Schwarzwald“ der Fricktalisch-Badischen Vereinigung für Heimatkunde gibt es in der Buchhandlung Volk.

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