Besonders die Gastronomie und der Einzelhandel litten während des pandemiebedingten, wiederholten Lockdown extrem. Über Monate hinweg geschlossene Geschäfte, Gaststuben und Hotels und eine Öffnungsstrategie, die wenig Platz für verlässliche Perspektiven lies. Mit diesen Problemen hatten auch die Mitgliedsbetriebe der Servicegemeinschaft Wehr zu kämpfen.

Nun richten die Verantwortlichen den Blick in die Zukunft und hoffen darauf, dass nicht wieder ein erneuter Lockdown das wirtschaftliche und kulturelle Leben zum Erliegen bringt. Wir sprachen mit Stephan Ruthe, der zusammen mit Peter Hofmeister die Vorstandsspitze bildet, darüber, wie die Servicegemeinschaft während der Pandemie über die Runden kam und welche Aktionen noch in diesem Jahr geplant sind.

„Überwunden ist noch nichts. Ich rechne nicht damit, dass wir schnell aus Corona rauskommen. Wir werden mit dieser neuen Normalität leben müssen“, sagt Stephan Ruthe zur pandemischen Lage und die Auswirkungen auf Handel und Gastronomie. Im Jahr 2020 mussten vor allem die größeren Veranstaltungen der Servicegemeinschaft komplett ausfallen.

Stephan Ruthe: „Veranstaltungen waren nur in Schmalspur möglich. Wir konzentrierten uns deshalb auf kleine, individuelle Lösungen.“ Als Beispiel nannte der Vorsitzende die Aktion „Eine Blume zum Muttertag“, die Aktion Glückssterne und die Wehrer Weihnachtsstadt. Hier reduzierte sich fast alles auf das weihnachtliche Schmücken der Innenstadt. Die sonst üblichen Veranstaltungen vielen der Pandemie zum Opfer.

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Bezüglich der Organisation wurde immer versucht, die Vorgaben der Pandemie gegenüber den Mitgliedern zu kommunizieren, so Ruthe: „Wir sind immer sehr vorsichtig gewesen.“ In regelmäßigen Abständen hielt der Vorstand Sitzungen via Skype ab. Hier wurde etwa das Thema Brennet-Areal besprochen: „Das lief im Hintergrund mit. Es lag nicht alles brach. Unsere Arbeit ging weiter“, so Stephan Ruthe.

Die Servicegemeinschaft sei ihren Mitgliedern auch finanziell entgegengekommen und unterstützte betroffene Betriebe durch eine Entlastung der Beiträge. Als nicht gemeinnütziger Verein konnte die Service-Gemeinschaft allerdings keine Corona-Hilfen beantragen.

Derzeit wird im Vorstand ausgelotet, welche Veranstaltungen in den kommenden Monaten möglich sein könnten: „Wir sind voller Tatendrang, werden aber ausgebremst“, erklärte der Vorsitzende. Der für Oktober geplante verkaufsoffener Sonntag ist abgesagt, nun hoffen die Händler auf den Nikolausmarkt und die Weihnachtsstadt im Dezember. Die Mitgliederversammlung mit Wahlen soll ebenfalls abgehalten werden, in welcher Form, ist derzeit noch unklar.

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Den in diesem Jahr bereits veranstalteten Naturparkmarkt bezeichnete Stephan Ruthe als „sehr erfolgreich“. Hier konnte die Servicegemeinschaft Erfahrungen sammeln, in welchem Umfang Veranstaltungen möglich sind. Laut Ruthe wurde eine erste Plattform geschaffen. „Wir sind guter Dinge, dass wir dieses Jahr noch etwas auf die Beine stellen können“, zeigte sich Stephan Ruthe optimistisch.

Und was hätte nach Ruthes Meinung während der Pandemie seitens der Politik besser laufen können? Er gab sich zurückhaltend und zeigte Verständnis: „Ich hacke nicht auf Negativem herum. Die Politik hatte mit so einer Situation noch nie zu tun.“ Einen Wunsch äußert Stephan Ruthe in Bezug auf neue Mitglieder: „Wir würden gerne etwas wachsen. Die Mitgliederwerbung war zuletzt schwierig. Wir würden mehr Kraft zeigen wollen und uns in das städtische Geschehen einbringen.“