Afrikanische Mythologie und farbenfrohe Geschichten finden sich in den Bildern von Anthony Agbovi wieder, ebenso eine tiefe Verbundenheit zur eigenen Familie und der Kultur Ghanas. Rund 50 Zuschauer lockte die Vernissage an, die zugleich eine Premiere ist: Zum ersten Mal präsentiert hier ein afrikanischer Künstler seine Werke.

Voodoo habe für eine besondere Bedeutung, so Agbovi. Anders als das vielfach bemühte Klischee sei Voodoo in Ghana ein tief in der Natur verwurzelte Medizin, Glaube und Philosophie. „Jeder Gott oder auch Voodoo hat eine eigene Funktion“, so Agbovi und helfe, unterstütze und verbinde die Menschen. Selber ist Agbovi in einer traditionellen Großfamilie im ländlichen Ghana aufgewachsen. Sein Großvater habe im ersten Weltkrieg gekämpft und später anderen Kriegsrückkehrern und deren Familien als Voodoo-Priester geholfen. Mit seinem Vater habe er in langen Gesprächen die Philosophie des Voodoo, des Mystizismus und der Religion erkundet.

All diese Einflüsse finden sich im speziellen in den farbenfrohen Darstellungen der Voodoo-Götter im oberen Stockwerk der Ausstellung wieder. Der Eingangsbereich der Galerie hingegen ist den „Begleitern“ gewidmet: den Dingen und Geschichten, welche den Künstler in seinem bewegten Leben bisher begegnet sind.

Aufgewachsen in Ghana lernte Agbovi hier seine deutsche Frau kennen, gemeinsam zog das Paar zum Studium nach Leipzig. Nach dem wirtschaftswissenschaftlichen Abschluss ging es mit den zwei Kindern zunächst in die Schweiz, dann nach Wehr. Hier lebt die mittlerweile sechsköpfige Familie seit 2017, neben seiner künstlerischen Tätigkeit arbeitet Adbovi im Jobcenter des Landratsamts. „Die Freude am Malen ist ein Gefühl, auf das ich nicht verzichten kann“, zitiert Klaus Denzinger seinen Freund.

Beide sind durch die Freude am Sport verbunden, die gemeinsame Aktivität münde auch immer wieder in persönliche Gespräche. Und so initiierte Denzinger auch die Ausstellung in Wehr – bereits die vierte Ausstellung des Künstlers. „Das ist mal was anderes „, freute sich Kulturamtsleiter Frank Johannes Wölfl über die bunte Ausstellung – bunt sowohl in Farbwahl als auch durch den Mix unterschiedlichster Maltechniken.

Die Ausstellung „Voodoo Götter und ihre Begleiter“ von Antony Agbovi ist noch bis zum 15. Januar in der Galerie Altes Schloss in Wehr zu sehen. Die Öffnungszeiten sind jeweils samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr. Vom 24. bis 26. Dezember sowie am 31. Dezember und 1. Januar ist die Galerie geschlossen. Der Eintritt ist frei.

Rückmeldung an den Autor geben