Wenn sich am 14. März, dem Tag der Landtagswahl morgens um 8 Uhr die Wahllokale öffnen, werden viele Wählerinnen und Wähler ihre Stimmer schon abgegeben haben. Zumindest Wehrer Wahlleiter Stefan Schmitz schon jetzt einen enorme Nachfrage nach Briefwahl festgestellt. Wenige Stunden nach Freischaltung des Online-Antrags seien schon rund 60 Briefwahlanträge eingegangen, so Schmitz. Bis Ende vergangener Woche waren es dann sogar 1370 Anträge – das ist zu diesem Zeitpunkt Rekord. Zum Vergleich: Bei der Wahl vor fünf Jahren nutzten nur 1130 Wehrer Wähler die Möglichkeit, ihre Stimme vorab abzugeben. Angesichts der Corona-Pandemie sei es vernünftig, die Briefwahl zu nutzen, so Schmitz. Für die Organisatoren der Wahl bringt dies aber auch einige Unwägbarkeiten mit sich: „Bislang habe ich vier Briefwahlbezirke vorgesehen, wenn der Trend weiter anhält, werde ich einen fünften beantragen“, so Schmitz. Denn die einzelnen Wahlbezirke sollten nicht zu groß sein, damit die Stimmen am Abend möglichst schnell ausgezählt werden können. Ein fünfter Briefwahlbezirk bedeutet aber natürlich auch zusätzliche Wahlhelfer, die er berufen müsste.

Und auch wenn durch die Briefwahl die Zahl der Stimmen in den einzelnen Wahllokalen deutlich abnehmen wird: Umfangreiche Vorbereitungen für neun coronakonforme Wahllokale – sieben in Wehr, zwei in Öflingen – bleiben Stefan Schmitz nicht erspart. Für rund 3800 Euro hat die Stadt Wehr beispielsweise Plexiglasscheiben bestellt. Die Schreinerei der Technischen Dienste hat daraus Trennwände gebaut, damit die Wahlvorstände gut geschützt sind. Alle Wahlhelfer werden natürlich auch mit Masken ausgestattet – auch auch für Wähler, die ihre vergessen haben sollten, liegen einige Exemplare bereit. In allen neun Wahllokalen stehen Desinfektionsmittel-Spender – auch sie wurden von Mitarbeitern der Technischen Dienste gebaut.

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Und welche Besonderheiten gelten für die Wähler? Grundsätzlich gibt es in allen Wahllokalen ausreichend Platz, damit genügend Abstand eingehalten werden kann. Auch der eigentliche Wahlvorgang soll möglichst kontaktfrei stattfinden. „Wir hatten überlegt, ob wir für jeden Wähler vor Ort einen eigenen Kugelschreiber zur Verfügung stellen sollen“, so Schmitz. Die zusätzlichen Kosten sprachen allerdings dagegen.

Nun gibt es stattdessen in jedem Wahllokal mehrere Kugelschreiber, die immer wieder desinfiziert werden. Wer auf Nummer Sicher gehen will, solle sich am besten seinen eigenen Stift mitbringen, appelliert er an die
Wähler. „Die Öffnung der Urnen und
die anschließende Auszählung ist natürlich weiterhin öffentlich“, erklärt Schmitz. Lediglich auf die öffentliche Bekanntgabe der Ergebnisse bei einer Wahlparty in der Stadthalle werde verzichtet. Stattdessen will Schmitz die Möglichkeit prüfen, Ergebnisse der einzelnen Wahllokale in Echtzeit im Internet bekannt zu machen.

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