„Wir sind sehr froh, dass wir weiterhin gut im Zeitplan liegen“, so Rainer Kaskel, Vorsitzender des Diakonievereins Öflingen – der Trägerverein der Einrichtung für Menschen mit Behinderung. Estrich und Außenverkleidung seien bereits fertig, aktuell werde am Innenausbau gearbeitet. Für rund drei Millionen Euro entstehen hier Wohnräume für 18 Bewohner. Zukünftig soll es in dem Neubau drei Wohngruppe für je sechs Menschen mit Behinderung geben, dazu kommen Gemeinschafts- und Funktionsräume.

Wegen Änderung der Heimordnung

Notwendig wurde die große Investition durch die Änderung der Heimordnung von 2019: So sind keine Doppelzimmer mehr erlaubt, zudem gelten neue Mindestgrößen und Vorgaben für die Ausstattung der Räume. Das ursprüngliche Doppelhaus in der Paul-Gräb-Straße 1 und 3 konnten nicht mehr saniert werden und wurde im März 2020 abgerissen. „Wir haben das Gebäude geprüft, es entspricht in vieler Hinsicht nicht mehr den aktuellen Vorgaben“, so Architekt Franz Michler im November 2019. Die beiden Häuser „Carola“ und „Detlev“ wurden einst von der Familie Denk und der Geigerin Anne-Sophie Mutter gestiftet. Der Name „Carola“ erinnert an Carl, Robert und Albrecht Denk, „Detlev“ an Detlev Wunderlich, dem verstorbenen Ehemann von Anne-Sophie Mutter.

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Für den Diakonieverein Öflingen ist der Neubau der zweite Teil einer Trilogie epischen Ausmaßes: Zuerst wurde auf der Kreuzmatt ein neues Wohngebäude für 2,4 Millionen Euro gebaut. Nach der Fertigstellung im Februar 2020 zogen hier die Bewohner der Carl-Denk-Straße 1 und 3 ein. Wenn der aktuelle Neubau im September 2021 bezugsbereit ist, werde ein Teil der Bewohner wieder hierher zurückkehren, erklärt Kaskel. Die Außenstelle der Diakonie in Hottingen soll dann aufgelöst werden und die dortigen Bewohner ziehen in die neuen Häuser nach Öflingen.

Zuletzt muss noch das Hauptgebäude in der Paul-Gräb-Straße 2 saniert werden. Hier leben rund die Hälfte der 82 Menschen mit Behinderung. „Damit wird aber erst im Anschluss begonnen. Wir haben zum Glück genug Zeit“, so Kaskel mit Blick auf die Übergangsregelung der neuen Heimverordnung. Finanziert werden die Bauvorhaben durch Eigenleistungen, Fremdfinanzierung und Spendengelder. So wird der aktuelle Bau vom Kommunalverband Jugend und Soziales mit 745 000 Euro gefördert, von der „Aktion Mensch“ kommen 110 000 Euro. Die Geigerin und Wehrer Ehrenbürgerin Anne-Sophie Mutter ist ebenfalls eine langjährige Förderin des Öflinger Hauses der Diakonie, genauso die Hanna-und-Paul-Gräb-Stiftung.