„Ganz viele tote Krebse„ im Ziegbach meldete eine Erzieherin des Kindergartens in Öflingen am vorvergangenen Samstagmittag, berichtet Winfried Eckert. Der Vorsitzende des Angelsportvereins Wehr ist zusammen mit seinen Vereinskollegen zuständig für die Hege und Pflege der Wehra und ihrer Zuflüsse.

Empfindlich: Woran die Krebse am Samtag gestorben sind wird sich wohl nicht eindeutig klären lassen. Eine Möglichkeit ist die Einleitung von gechlortem Poolwasser.
Empfindlich: Woran die Krebse am Samtag gestorben sind wird sich wohl nicht eindeutig klären lassen. Eine Möglichkeit ist die Einleitung von gechlortem Poolwasser. | Bild: Angelsportverein Wehr

Vor Ort habe man wegen der starken Strömung nur noch wenige Krebse vorgefunden. Allerdings sei von Anwohnern die Möglichkeit geäußert worden, jemand habe sein Schwimmbad in den Bach entleert.

Gerade die kleinen Zuflüsse mögen von außen wie Rinnsale wirken – doch ist hier die Kinderstube vieler Fischarten und ein wichtiges Refugium des vom Aussterben bedrohten Dohlenkrebses. Bereits kleine Mengen Reinigungsmittel, Altöl oder andere Schadstoffe können da verheerende Folgen haben, erklärt Eckert.

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Am Ziegbach hatte man noch Glück im Unglück: Bei den toten Krebsen handelte es sich um den Amerikanischen Signalkrebs. Die eingeschleppte Art gilt als eine Art Schädling, überträgt sie doch die für den Dohlenkrebs tödliche Krebspest und ist zudem ein Futterkonkurrent.

Um die einheimische Krebsart zu schützen, wurden vor einigen Jahren Bleche an den Zuläufen angebracht, sodass der Signalkrebs nicht von der Wehra in die oberen Bereiche der Bäche wandern kann. Was genau die Krebse getötet hat, wird sich wohl nicht mehr nachweisen können.

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Zwar wurden von der Polizei Wasserproben genommen und Krebse zur Untersuchung mitgenommen. Doch aufgrund der hohen Fließgeschwindigkeit rechnet Polizeisprecher Mathias Albicker nicht mit einem aussagekräftigen Ergebnis. „Die Kollegen waren vor Ort, eine Einleitung war aber nicht ersichtlich.“ So werden die Ermittlungen wohl eingestellt werden müssen.

„Kein Kavaliersdelikt“

Dabei handelt es sich keineswegs nur um einen Kavaliersdelikt: „Das Einleiten von Schadstoffen ist als Gewässerverunreinigung strafbar“, erklärt Albicker. Diese kann auch bei Fahrlässigkeit laut Strafgesetzbuch mit einer Geldstrafe oder bis zu drei Jahren Haft bestraft werden.

„Eine Einleitung kann verheerende Folgen haben. Die Bäche sind zu klein, um etwa Poolwasser genügend zu verdünnen“, so Eckert.