Seit geraumer Zeit steht das kulturell sonst so agile Schopfheim ohne Kino da. Das einzige örtliche Lichtspielhaus, das in der Bahnhofstraße gelegene Scala, hat geschlossen und Cineasten schauen ins Leere. Um das zu ändern, traf sich am Dienstag eine Interessengruppe im Sitzungsraum der Gaststätte Sonne. Ein Leserbrief hatte bereits Ende vergangenen Jahres seinem Verfasser Albert Kiefer zahlreiche Mails von Gleichgesinnten beschert, die wie er das sang- und klanglose Sterben des Scala-Kinos nicht einfach so hinnehmen wollen.

Kino Scala ist geschlossen

28 Filmfreunde waren nun seiner Einladung zu einem Treffen gefolgt. Zweck der Zusammenkunft war laut Kiefer ein erster Gedankenaustausch. Zunächst kamen die Tatsachen auf den Tisch: Das Scala ist geschlossen und wird es vorerst auch bleiben. Die Betreiber-Familie Wursthorn wird es nicht mehr weiter betreiben. Der Pachtvertrag läuft zum Ende des Jahres aus und wird von ihr auch nicht verlängert. Die Gebäudeeigentümer haben laut Kiefer die Erstellung einer Wirtschaftlichkeitsanalyse in Auftrag gegeben, was auf ein Verkaufsinteresse schließen lässt. Die Stadt Schopfheim hat schon bekundet, kein Interesse zu haben.

Wie also kann das Kino gerettet werden?

Eine erweiterte Nutzung schloss Kiefer wegen Vorgaben hinsichtlich Brandschutz, Hygiene, Parksituation und behindertengerechter Zugänglichkeit aus. Er machte klar: „Wenn man das Kino mit seinen 150 Sitzplätzen weiterbetreiben will, ohne dass es sehr schnell eskaliert, muss man es so betreiben, wie es heute ist.“ Dies könne durch eine Interessengemeinschaft oder einen Verein geschehen.

Wer kann helfen?

Hier wäre man auf die beratende Unterstützung der Familie Wursthorn angewiesen, die dazu nach eigener Aussage gern bereit wäre. Hilfsbereitschaft seien laut Kiefer auch von den Kinovereinen in Kandern und Müllheim signalisiert worden. An guten Ideen mangelte es in der Diskussionsrunde nicht. Letztlich einigte man sich darauf, eine Interessengemeinschaft oder vielleicht sogar einen Verein namens „Scala Kino Schopfheim“ bilden zu wollen, bestehend aus einem fünfköpfigen Kernteam und einem möglichst großen Helferteam.

Ersteres soll konkrete Vorstellungen erarbeiten, wie das Kino weiter betrieben werden kann. Bei Vorliegen eines wirtschaftlich plausiblen Konzepts, sagte Kiefer, seien die Besitzer durchaus bereit, ihre Verkaufspläne zu überdenken. Albert Kiefer verteilte an alle Teilnehmer Datenblätter zum Eintragen der persönlichen Kontaktdaten. Per Mail kann nun jeder mitteilen, ob Interesse an einer Mitarbeit im Kern- oder im Helferteam besteht.