Wie genau der Kindergarten St. Josef in Zukunft aussehen wird, bleibt vorerst noch unklar: Nach einer ersten Begehung mit den Architekten verschob die Stadtverwaltung die geplante Vorstellung der Sanierungspläne im Gemeinderat. Klar sei aber, das umfassend saniert werden soll, so Bürgermeister Michael Thater: „Wir haben jetzt die große Chance, eine Sanierung in einem Guss zu machen.“

Mit der Planung der Sanierungsarbeiten haben man das Karlsruher Architekturbüro GJL+ beauftragt, so Markus Schilloks, Abteilungsleiter Hochbau bei der Stadt Wehr. Das Büro habe viel Erfahrung im Bereich Umbau und sei zudem auch regelmäßig in der Region tätig, so Thater. Für eine erfolgreiche Sanierung gibt es mehrere Herausforderungen.

Völlig neues Konzept

So plane man die Elektrik, Sanitäranlagen, Heizung und Böden zu sanieren. Außerdem solle die Raumaufteilung überarbeitet werden. Aktuell wären große Gruppen in kleinen Räumen untergebracht und umgekehrt. „Wir arbeiten an einem völlig neuen Konzept. Das war nicht zu erwarten“, erklärte Thater. Viel Zeit gibt sich die Stadtverwaltung hierfür nicht: „Unser Ziel ist es, im ersten Quartal 2024 fertig zu sein“, führte Thater aus.

Für die Sanierung stehe ein Budget von 1,4 Millionen Euro zur Verfügung, so der Bürgermeister weiter. Zum Vergleich: Der komplette Neubau des Kindergartens Seeboden kostete insgesamt knapp vier Millionen Euro.

Um ein Konzept für die Sanierung zu erstellen seien nun weitere Begehungen nötig, sagte Schilloks. Auch die Wünsche der Kindergartenmitarbeiter sollen mit einbezogen werden. „Wir sammeln Ideen“, erklärte Schilloks. Weiterhin müsse noch ein Antrag zur Nutzungsänderung für einen Teil der Räume gestellt werden, so Schilloks weiter. Eine weitere Herausforderung: Im Gebäude befindet sich eine bewohnte Mietwohnung. „Wir sprechen mit dem Mieter“, so Thater.

„Erhebliche Defizite“ beim Brandschutz

Im vergangenen Jahr hatte ein Sachverständiger des Landratsamts Waldshut bei der Brandschutzschau „erhebliche Defizite an den brandschutztechnischen Einrichtungen festgestellt, auch wurden teilweise Räume genutzt, die von den erteilten Baugenehmigungen abweichen.“ Teile des Gebäudes dürfen nun bis zur Behebung dieser Mängel nicht genutzt werden.

Übergangsweise ist der gesamte Kindergarten nun seit Jahresbeginn in des „Blaue Haus“ der Realschule Wehr umgezogen. Hier war bereits bis zum Herbst letzten Jahres der Kindergarten Seeboden provisorisch untergebracht. Dafür wurden die Räume bereits kindergartengerecht umgebaut.

Dank des Bauhofs sei der Umzug unkompliziert gewesen, so die Kindergartenleiterin Dorothee Vollmer. „Wir sind sehr glücklich und genießen die helle und offene Atmosphäre.“ Vollmer hat erst kürzlich die Leitung des Kindergartens in Elternzeitvertretung übernommen.

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