Lang ist es her, dass im Amt nur mit Schreibmaschine und Stempel gearbeitet wurde. Heute braucht es spezielle Drucker, Fingerabdruckscanner und Lesegeräte, dazu eine sichere und stabile Internetverbindung, um den Bürger mit Ausweis, Bescheinigungen und Urkunden zu versorgen. Seit drei Wochen bietet die Stadt diesen Service nun auch in Öflingen an.

„Der erste Passantrag ist bereits entgegengenommen worden“, freut sich Ordnungsamtsleiter Stefan Schmitz. Auch die Abholung kann der Bürger auf Wunsch in Öflingen vornehmen – man müsse nur vorher Bescheid sagen, damit Ordnungsamtsmitarbeiterin Helma Hunzinger die Unterlagen mit zur Außenstelle bringt. Denn das Büro in Wehr bleibt die Hauptstelle, hierher sendet die Bundesdruckerei alle Dokumente.

Auf neusten Stand gebracht

Man stand vor der Entscheidung, die Außenstelle ganz zu schließen oder sie auf den neusten Stand zu bringen, erklärt Schmitz. Bis vor kurzem konnten hier nur an einem halben Tag pro Woche einige Bescheinigungen ausgestellt werden. Für alles andere mussten die Öflinger bis zu sechs Kilometer Weg auf sich nehmen – und dort besonders am Nachmittag in der Schlange stehen.

„Es ist außerdem gerade jetzt wichtig, eine Redundanz zu haben“, so Schmitz mit Blick auf die Pandemie. Denn es reiche nur ein Verdachtsfall und das Bürgerbüro im Wehrer Rathaus müsse geschlossen werden. Die Argumente überzeugten Anfang November die Mehrheit der Gemeinderäte und im Dezember wurde der Bauhof dann aktiv. Kleine Umbaumaßnahmen für die neue Technik waren schnell erledigt, die neuen Geräte kamen von der Bundesdruckerei.

Ein schöner Nebeneffekt: Man sei deutlich unter dem vorgegebenen Kostenrahmen von 10.000 Euro geblieben, freut sich Schmitz. Für das Ordnungsamt kam die Erweiterung gerade rechtzeitig: Seit kurzem ist das Team im Bürgerbüro mit dreieinhalb Stellen wieder voll besetzt. Der weiterer Schreibtisch in Öflingen komme da sehr gelegen.

Und selbstverständlich stehen die Türen in Öflingen allen Bürgern aus dem Wehratal offen, Öflingen ebenso wie Wehrern. „Jetzt muss noch etwas Leben hereinkommen“, so Schmitz – denn neben den noch fehlenden Grünpflanzen dürfen auch gerne noch mehr Bürger das neue Angebot den Weg in die Außenstelle finden.