Statt der eigentlich geplanten Testpflicht für Kindergartenkinder wird es nun nur ein freiwilliges Angebot geben. Dies teilte Tina Wehrle, Personalleiterin der Stadtverwaltung, auf Nachfrage mit. Die Testpflicht an den Schulen bleibe aber bestehen.

Widerstand der Eltern und technische Probleme

Was als besondere Schutzmaßnahme für die jüngsten Wehrer Bürger gedacht war, scheiterte am Widerstand der Eltern und an technischen Problemen. „Nachdem die Impfaktionen im Land im Juli leider weitgehend zum Erliegen kamen, war für uns klar, dass der Herbst eine neue Infektionswelle bringen wird, die wesentlich die Nichtgeimpften treffen wird“, so Wehrle in einer schriftlichen Stellungnahme.

Da es aktuell erst ab dem zwölften Lebensjahr ein Impfangebot gibt, sollte zum Schutz der Kindergartenkinder zum Beginn des neuen Kindergartenjahres eine zweiwöchige tägliche Testpflicht gelten. „Leider haben einerseits die von uns gewählten Lolly-Tests übersensitiv reagiert, weshalb wir eine ganze Anzahl falsch-positiver Testergebnisse hatten, die natürlich sowohl Familien wie Kindergärten sehr belastet haben,“ so Wehrle. Zudem habe es wegen der Testpflicht und des Testzeitraums einen „massiven Proteststurm der Eltern“ gegeben. Auch um die Erzieher vor den Protesten der Eltern zu schützen, habe man sich nun dafür entschieden, die Testteilnahme freiwillig zu machen. Dafür wird der Zeitraum für die täglichen Schnelltests auf mindestens drei Wochen ausgedehnt.

„Wir sind aber sicher, dass wir auch jetzt mit dem freiwilligen Testangebot zumindest zur Eindämmung der Infektionen beitragen.“
Tina Wehrle

Enttäuscht sei man von der Landesregierung: Hier habe man seitens der Stadtverwaltung den Eindruck, dass eine aktive Immunisierung durch eine Corona-Infektion der Kinder unter zwölf Jahren angestrebt werde.

Bei Testungen zunächst keine Quarantäne für Kontaktpersonen

An allen Schulen in Baden-Württemberg gilt seit dem 19. April eine indirekte, inzidenzunabhängige Testpflicht für ungeimpfte Schüler sowie das Personal der Schulen. Darum werde an den Wehrer Schulen im neuen Schuljahr entsprechend der aktuellen Corona-Verordnung in jeder Schulwoche zwei Schnelltests an Schülern und Präsenzpersonal durchgeführt, so Wehrle weiter. Bei einem positiven Testergebnis werde es aber zunächst keine Quarantäne für enge Kontaktpersonen geben. Der betroffene Schüler kann weiterhin den Unterricht besuchen, die gesamte Klasse werde aber ab dem positiven PCR-Test für mindestens fünf Tage tägliche getestet – beziehungsweise bis zum Ende der Infektion.

Um genug Schnelltests zur Verfugung zu stellen haben man bereits nachbestellen müssen, so Wehrle. Erst im Sommer hatte die Stadtverwaltung zusammen mit Bad Säckingen je 50.000 Schnelltests erworben.