Radtouren, Nordic Walking und Kindergymnastik: das sind die sportlichen Angebote, die der Skiclub Wehr über die Sommermonate hinweg seinen Mitgliedern anbietet. Der Verein hat in Sachen Sport ordentlich Nachholbedarf, denn fast alle Aktivitäten fielen in den letzten beiden Wintern wegen Corona nahezu vollständig aus. Und das, obwohl die Pisten- und Schneeverhältnisse seit langem wieder einmal sehr gut waren. Doch nun schaut der Skiclub wieder optimistisch in die Zukunft.

Rudolf Meßmer, Vorsitzender des Skiclubs Wehr, koordiniert die künftigen Termine des Vereins.
Rudolf Meßmer, Vorsitzender des Skiclubs Wehr, koordiniert die künftigen Termine des Vereins. | Bild: Andreas Böhm

Im Gespräch mit unserer Zeitung blickte der Vorsitzende des SC Wehr, Rudolf Meßmer, zurück auf die schwierige Zeit der Corona-Pandemie und stellte die Aktivitäten für die nächsten Monate vor. In Sachen Vereinssport musste auf nahezu alles verzichtet werden, erklärte Meßmer. Vom Eröffnungswochenende in Österreich über die Vereinsmeisterschaften, den Stadtpokal und die Kinderskikurse; der Lockdown zwang das gesamte Vereinsleben in die Knie. Nicht einmal der beliebte Skibazar konnte stattfinden. Auch die Gymnastik für Erwachsene und Kinder im Winterhalbjahr war passé, da die Turnhalle nicht genutzt werden durfte: „Unser Vereinsleben war praktisch auf Null“, so die ernüchternde Feststellung des Vorsitzenden.

Der sechsjährige Moritz Berger auf der Piste in Todtmoos Weg im vergangenen Winter. Spaß pur bei reichlich Neuschnee.
Der sechsjährige Moritz Berger auf der Piste in Todtmoos Weg im vergangenen Winter. Spaß pur bei reichlich Neuschnee. | Bild: Sc Wehr

Im Rennsport gab es keinerlei Trainingsmöglichkeiten. Einzig die überregionalen Läufer erhielten kurzzeitig eine Genehmigung zum Trainieren. Für die Kaderläufer war laut Rudolf Meßmer das Training am eigenen Lift in Todtmoos Weg möglich. In Bayern etwa sei für Kaderläufer mehr Training möglich gewesen: „Die Kaderläufer sind unser Aushängeschild“, so der Vorsitzende stolz. Unter anderem sind drei Läufer des SC Wehr in der Regio Süd gemeldet, ein Läufer ist im Landeskader 1 und ein Nachwuchstalent im Schwarzwald Jugendkader. Die Kaderläufer des Skiclubs trainieren schon wieder auf dem Gletscher: „Der Winter geht für diese Läufer 10 Monate“, erklärte Rudolf Meßmer.

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Um ein wenig Geld in die Vereinskasse zu bekommen und eine Sportmöglichkeit anbieten zu können, machte der SC Wehr im vergangenen Winter aus der Not eine Tugend. Der eigene Lift am „Wehrer Hang“ nahe der Skihütte in Todtmoos Weg wurde stundenweise an Familien vermietet.

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Die bestens präparierte Piste wurde coronakonform abgesperrt. Viele Familien nutzten die Möglichkeit, um im kleinen Kreis Ski zu fahren: „Wir hatten über einen Meter Schnee; das lief ganz gut“, freute sich Rudolf Meßmer.

Die Vermietung der vereinseigenen Skihütte hingegen machte Probleme. Ob November 2020 durfte die Hütte nicht mehr öffnen. Alle weiteren Vermietungen mussten zwangsläufig storniert werden: „Das war für uns ein riesiger finanzieller Ausfall“, bedauerte der Vorsitzende die damalige Situation.

Die Skihütte des Skiclubs Wehr in Todtmoos Weg kann im Sommer angemietet werden.
Die Skihütte des Skiclubs Wehr in Todtmoos Weg kann im Sommer angemietet werden. | Bild: Andreas Böhm
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Spezielle Corona-Hilfen hat der Skiclub Wehr nicht in Anspruch genommen: „Wir sind ohne finanzielle Hilfe durchgekommen“, so Meßmer. Positiv machte sich dann im vergangenen Sommer der notgedrungene Trend zum Urlaub im eigenen Land bemerkbar. Während der Sommermonate nach dem Lockdown konnte die Hütte nach Auskunft des Vorsitzenden sehr gut vermietet werden. Dieser Trend setzte sich auch in diesem Sommer fort.

Das Sommerprogramm lief nun langsam wieder an. Das Nordic Walking Angebot musste verschoben werden und startete nun am 29. August. Nach den Sommerferien war auch wieder die beliebte Kindergymnastik möglich. Für November ist ein Skibazar in Planung. Ebenfalls im Herbst wird die neue Teamkleidung ausgegeben. Den ganzen Sommer über nahm der Skiclub Wehr die Disziplinen für das Sportabzeichen ab. Treffpunkt ist immer montags um 18 Uhr im Frankenmattstadion. Gäste sind willkommen.

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Coronabedingte Austritte hielten sich in Grenzen. Einige Mitglieder kehrten dennoch dem Skiclub den Rücken. Begründet wurden die Austritte oft damit, dass im Verein derzeit nichts geboten werde, erklärte Rudolf Meßmer. Die Austritte konnten in diesem Jahr bislang nicht kompensiert werden.

Und was wünscht sich der Vorsitzende des Wehrer Skiclubs mit Blick in die Zukunft? „Ich wünsche mir von Dezember bis Ende März einen richtigen Winter mit viel Schnee. Ich strebe auch ein gutes Verhältnis mit dem Skiclub Öflingen an und mehr gemeinsame Unternehmungen im Winter. Für die Sommerolympiade im Rheinfelder Europastadion haben wir schon zwei gemeinsame Teams angemeldet.“