Mit einem Jubiläumsmarkt wurde am Samstag das 50-jährige Bestehen der Volkshochschule Wehr (VHS) gefeiert. Für die Bevölkerung bestand die Möglichkeit, das Informations- und Bildungsangebot der VHS kennenzulernen. Stadtverwaltung und VHS-Leitung hatten ihrerseits die Gelegenheit, auf soziale Aspekte einer Einrichtung zu verweisen, die „stets ein fester Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Wehr“ gewesen ist, so Bürgermeister Michael Thater.

Gelegenheit bestand auch zum Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Zur Eröffnung um 11 Uhr konnten Leiterin Carina Wanowski, Beiratsvorsitzende Annette Hufschmidt und Bürgermeister Thater einen Gast begrüßen, der mit der VHS Wehr aufs Engste verbunden ist: Reinhard Valenta. Der ehemalige VHS- und Kulturamtsleiter Reinhard Valenta hatte in den 30 Jahren seiner Amtszeit maßgeblichen Einfluss auf Entwicklung und Selbstverständnis der Bildungseinrichtung.

Auch Schwarzwaldverein erfährt viel Resonanz

Am Jubiläumsmarkt stellte die VHS einzelne Angebote ihres neuen Programms vor. Von „guten Dialogen“ mit den Besuchern sprach die Vorsitzende des Wehrer Schwarzwaldvereines Manuela Ramsteiner. Interesse geweckt hätten die verschiedenen Wanderangebote des Vereines. Allgemein werde das Angebot gut angenommen. Einige Anzeichen will die Vorsitzende darauf erkannt haben, dass sich der neue Zwei-Burgen-Weg, der am 3. Oktober anlässlich des 125-jährigen Bestehens des Schwarzwaldvereins Wehr offiziell eröffnet wird, großer Beliebtheit erfreuen werde.

Viele Anmeldungen für Malschule

Keinen Grund zur Klage hat auch die Malschule von Elena Romanzin. Sie habe an diesem Tag einige Anmeldungen entgegennehmen können. Ihre wöchentlichen Kurse seien praktisch ausgebucht. Für die Workshops seien noch einige Plätze verfügbar. Ihrer Erfahrung nach habe sich die Wehrer VHS als relativ corona-resistent erwiesen. Das Angebot anderer Einrichtungen sei dagegen deutlich eingebrochen. Von der Idee des Jubiläumsmarktes zeigt sich die aus Italien stammende Künstlerin sehr angetan. „Schön, dass wir uns nun wieder präsentieren können“, freute sich Elena Romanzin.

Dass die Schnupper- und Informationsangebote aus Bereichen wie Musik, Literatur, Sprachen, Bildende Kunst, Handwerk, Fitness und Kulinarik etwas mehr Besucher verdient gehabt hätten, war für die Veranstalter kein Grund zur Enttäuschung. Angesichts der Abhaltung des Marktes unter Corona-Vorzeichen, die sogar auf eine Bewirtung der Besucher durch die Zunft der Schlossgeister nicht verzichtet hatte, sprachen Leiterin Wanowski und Bürgermeister Thater von einem „überaus gelungenen Jubiläum“.

Programm für junge neue Zielgruppen

Sich auf den Lorbeeren auszuruhen, gedenkt Carina Wanowski jedoch keineswegs. Die Zukunft der VHS müsse sowohl in verwaltungstechnischer wie inhaltlicher Hinsicht auf noch mehr „Flexibilität“ setzen, sagte sie. Das betreffe Anmeldungsmodalitäten ebenso wie das inhaltliche Kursangebot. Eine große Aufgabe sehe sie darin, „neue Zielgruppen“, vor allem junge Menschen, die sie über soziale Netzwerke wie Facebook und Instagram zu erreichen beabsichtige, für das Angebot der Volkshochschule Wehr zu begeistern.

Nichts ändern soll sich freilich daran, dass die Volkshochschule Wehr als Bildungseinrichtung allen Teilen der Gesellschaft zur Verfügung stehen soll.

„Vielfalt und Zusammenarbeit“ sind laut Carina Wanowski zentrale Punkte des neuen VHS-Leitbildes, das im Rahmen des derzeit laufenden Rezertifizierungsverfahrens ausgearbeitet werde.

Ein Bild aus 96 Kachelbemalungen

Eine entsprechend große symbolische Bedeutung kam dem Projekt „Teile-N“ zu, das zum Jubiläumsmarkt seinen Abschluss fand: Unter der künstlerischen Betreuung von Elena Romanzin hatten im Vorfeld 96 mit der VHS Wehr verbundene Wehrer einen persönlichen künstlerischen Beitrag geleistet. Die 96 unabhängig voneinander entstandenen Kachelbemalungen wurden anschließend zu einem 90 mal 240 Zentimeter großen Bildnis zusammengefügt. Auf dem Bild zu sehen sind die Wehrer Stadthalle das Stadtmuseum und das Kulturamt. Das Bild wird, wie Bürgermeister Thater ankündigte, einen Ehrenplatz im Treppenaufgang der Stadthalle erhalten. Es sei ein Symbol für die Zusammenarbeit und die Vielfalt der VHS. „Weil jedes noch so abstrakte Teil zu einem großen Ganzen gehört“, betonte Thater.

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