Fünf Prozent mehr Lohn und bessere Rahmenbedingungen fordern aktuell die angestellten Lehrer in Baden-Württemberg. Eine Einigung ist nicht in Sicht, darum wird diese Woche gestreikt – an diesem Mittwoch auch in der Stadt Wehr.

„Angestellte Lehrer sind auf vielen Ebenen schlechter gestellt als ihre verbeamteten Kollegen,“ erklärt Anette Eckstein. Als Vorstandsmitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW für den Kreis Lörrach und als örtliche Personalrätin demonstriert sie zusammen mit ihren Kollegen aus dem Kreis Waldshut vor der Realschule.

Große Solidarität

Trotz der unterschiedlichen Bedingungen bestehe eine große Solidarität zwischen angestellten und verbeamteten Lehrern, betont Personalrätin Benita Hasselblatt. Als Vorstandsmitglied der Waldshuter GEW hat sie ihre Kollegen nach Wehr eingeladen. Eine Fahrt zur zentralen Veranstaltung in Freiburg habe man wegen der aktuellen Pandemielage nicht machen wollen: „Aber es ist wichtig, sich hier zu zeigen“, so Hasselblatt. Neben vier der sechs angestellten Lehrer an der Realschule (zwei Kollegen waren aus gesundheitlichen Gründen verhindert) waren auch zwei Lehrkräfte aus Wutöschingen vor Ort sowie loyale Unterstützer.

Nachdruck für Forderungen

Unterstützung gibt es auch von den verbeamteten Kollegen – Streiken dürfen diese nämlich nicht, dafür wird das Ergebnis der Tarifverhandlung für sie übernommen. „Es gibt in Wehr keine Streikbrecher“, so Hasselblatt zur Solidarität innerhalb der Lehrerschaft.

Der Unterricht der streikenden Lehrkräfte am Mittwoch sei gestrichen worden, um den Forderungen Nachdruck zu verleihen: Fünf Prozent mehr Lohn, mindestens 150 Euro. „Das ist in etwa ein Inflationsausgleich“, so Hasselblatt. Dazu fordern die Lehrkräfte eine gerechtere Eingruppierung, entsprechend der ihrer verbeamtetem Kollegen.

Ein Dauerbrenner und auch diesmal auf der Liste der Forderungen ist die befristete Beschäftigung: Es ist üblich, dass angestellte Lehrkräfte während der Sommerferien entlassen werden und erst kurz vor Schulstart wieder einen Vertrag erhalten. Am Wochenende werde wieder verhandelt, so Benita Hasselblatt. Ohne eine Einigung solle wieder für die Forderungen gestreikt werden.

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