Manchmal sind es die kleinen Investitionen, die bei Gemeinderäten und Stadtverwaltung die intensivste Diskussion auslösen. Ein Beispiel dafür ist die neue Fahrradabstellanlage, die am Rathaus errichtet werden soll. Gerade einmal 20000 Euro betragen die Kosten, aber ein Selbstläufer wurde der Beschluss nicht. Dass zusätzlich zur bestehenden Abstellmöglichkeit an der Nordseite der Stadthalle eine neuer Fahrradständer angeboten werden muss, darüber herrschte Einigkeit, denn für die vielen radfahrenden städtischen Bediensteten reichen die zehn Plätze kaum aus. Mehrere Standorte hatte der Fahrradbeauftragte Clemens Thoma dafür vorgeschlagen, einige konnten schon im Vorfeld ausgeschlossen werden. Zum Beispiel das Wildblumenbeet mit der japanischen Zierkirsche vor dem Alten Schloss. Dass das barocke Ambiente nicht durch eine Fahrradhäuschen zerstört werden sollte, war schnell klar. Letztlich bleib nur der Standort auf der Südseite des Rathauses, wo ein paar Büsche und die Infotafeln weichen müssen. Stadtrat Christoph Schmidt warnte allerdings davor, die Fläche zu pflastern, denn dies könnte das Wurzelwerk der Rathauslinde empfindlich stören und letztlich zu deren Tod führen. Die Stadtverwaltung nahm den Hinweis dankbar auf, auch die Anregung von Rätin Christine Mattes, noch einmal verschiedene Vorschläge für die Überdachung vorzulegen. Vito Doria wünscht sich außerdem einen weiteren Fahrradabstellplatz für die Besucher des Bürgerbüros auf der Nord-Ost-Seite des Alten Schlosses. „Das wird natürlich nicht unser letzte Fahrradabstellplatz sein“, stimmte Bürgermeister Michael Thater zu. Dieser werde dann auch mit Lademöglichkeiten für E-Bikes ausgestattet. Geplant sei dies allerdings erst für 2022 – angesichts der noch ungewissen Finanzlage im kommenden Jahr.