Die Evangelische Kirchengemeinde Wehr und Öflingen wird die Christuskirche in Öflingen sowie das dortige Pfarrhaus mit dem umliegenden großen Gelände verkaufen. Dies hat der Kirchengemeinderat einstimmig in seiner Klausurtagung im Oktober beschlossen. Die Kirche wird nur an einen Investor verkauft, der das Gebäude erhält. In jedem Fall werde es auch künftig evangelische Gottesdienste in Öflingen geben, erklärten Pfarrer Peter Hasenbrink und der Öffentlichkeitsbeauftragte Karl-Wilhelm Frommeyer. Keine Gottesdienste wird es in Öflingen allerdings zu Weihnachten geben. Der Sicherheitsabstand kann dort nicht eingehalten werden.

Das Pfarrhaus soll ebenfalls veräußert werden.
Das Pfarrhaus soll ebenfalls veräußert werden. | Bild: Michael Gottstein

Weil sich das evangelische Pfarrhaus auf einem großen Gartengrundstück befindet, wird ein Fachbüro das Gelände vermessen und Vorschläge zur Teilung unterbreiten. Eventuell könnte man aus dem Garten zwei Bauplätze machen. Diese Flächen sowie das Pfarrhaus sollen auf dem freien Markt über eine Immobilienfirma in Wehr veräußert werden. Für den separaten Verkauf der Christuskirche wird sich die Gemeinde zwei bis drei Jahre Zeit lassen, um einen geeigneten Käufer zu finden, der den Erhalt des Gebäudes garantiert. Dabei wird sie vorrangig mit der Stadt Wehr verhandeln. Was den Verkauf von Kirchengebäuden betreffe, habe die Evangelische Landeskirche eine ganz klare Position, erklärte Karl-Wilhelm Frommeyer: „Den Bau der Kirche hat die Gemeinschaft getragen, also soll das Gebäude auch nach einem Verkauf der Gemeinschaft zugutekommen – für kommunale Zwecke oder als Bildung- oder diakonische Einrichtung“; das könnte beispielsweise eine Bibliothek sein.

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Am liebsten wäre es der Gemeinde, wenn der Käufer erlauben würde, auch weiterhin Gottesdienste in der Kirche zu feiern. Ganz unabhängig davon ist sichergestellt, dass die evangelische Gemeinde in Öflingen nicht heimatlos werden wird, denn „der katholische Pfarrgemeinderat hat eine Einladung ausgesprochen, unsere Gottesdienste in der St.-Ulrichs-Kirche zu feiern“, berichtete Karl-Wilhelm Frommeyer. In welchem Umfang man auf die Einladung zurückkommen werde, hänge davon ab, was der Käufer mit der Christuskirche vorhabe. Pfarrer Peter Hasenbrink dankte der katholischen Gemeinde und dem katholischen Stadtpfarrer Matthias Kirner ausdrücklich „für dieses schöne Zeichen der Verbundenheit im Geiste der Ökumene.“

Blick auf das Freigelände um Kirche (links) und Pfarrhaus (rechts).
Blick auf das Freigelände um Kirche (links) und Pfarrhaus (rechts). | Bild: Michael Gottstein

Die steigenden Infektionszahlen haben die Gemeinde dazu gezwungen, ihre Gottesdienstplanung für den Dezember zu ändern. Gerne würde Pfarrer Hasenbrink auch in Öflingen Gottesdienste feiern, doch dies ist momentan nicht möglich: Der vorgeschriebene Mindestabstand wurde nämlich von eineinhalb Metern auf zwei Meter erhöht, und da die Christuskirche ohnehin ein kleines Gebäude ist, würden unter diesen Umständen nur sehr wenige Besucher dort Platz finden. Bis zum Jahresende wird es also keine Gottesdienste in der Öflinger Kirche geben, aber „wir suchen nach attraktiven Alternativen“, so Pfarrer Hasenbrink. Der vor der Kirche aufgestellte Christbaum sei „ein Zeichen, dass wir Öflingen nicht vergessen.“ Eigentlich wollte die Gemeinde an Heilig Abend zu einem Gottesdienst mit Krippenspiel in die Öflinger Schulsporthalle einladen. Doch erst am Donnerstag, nachdem der neue Gemeindebrief bereits gedruckt war, erhielt sie die Nachricht, dass Großveranstaltungen jeglicher Art in der aktuellen Pandemielage nicht möglich seien.